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Inoffizielle Volksbefragung in Katalonien über Unabhängigkeit

Inoffizielle Volksbefragung in Katalonien über Unabhängigkeit

Inoffizielle Volksbefragung in Katalonien über Unabhängigkeit
Viele Katalanen sind für Unabhängigkeit.
dpa, Albert Olive

Katalanen wollten ursprünglich Referendum

Die Katalanen haben am Sonntag in einer inoffiziellen Volksbefragung das Wort über die Unabhängigkeit der Region im Nordosten Spaniens. Das spanische Verfassungsgericht hatte die unverbindliche Befragung aufgrund einer Verfassungsklage der spanischen Zentralregierung eigentlich untersagt. Die katalanische Regionalregierung hielt trotz des Verbots jedoch an der Abstimmung fest.

Madrid wollte die Befragung jedoch tolerieren, sofern die katalanische Regierung sich an der Organisation nicht beteiligt. Die Regionalregierung will nun die Auszählung der Stimmen vornehmen und das Ergebnis verkünden.

Die Katalanen hatten eigentlich - ähnlich wie die Schotten - ein Referendum über die Unabhängigkeit abhalten wollen. Von diesem Vorhaben rückten sie aber nach einem Verbot des spanischen Verfassungsgerichts ab.

Unterstützung aus dem Baskenland

Die spanische Zentralregierung lehnt eine Volksabstimmung der Katalanen strikt ab. Sie weist darauf hin, dass die Einheit des Landes in der Verfassung festgeschrieben sei. Über eine Änderung des Grundgesetzes könne nur das spanische Volk insgesamt entscheiden. Unterstützung erhielten die Katalanen von der Regierung der Autonomen Region des Baskenlandes.

Zu einer Kundgebung zur Unterstützung der Befragung in Katalonien kamen im baskischen San Sebastián nach Angaben der Organisatoren rund 10.000 Menschen zusammen. Mit Kleidungsstücken und Regenschirmen bildeten sie am Strand die Flaggen Kataloniens und Schottlands nach. Schottland hatte am 18. September gegen eine Abspaltung gestimmt. Auch im Baskenland gibt es starke Unabhängigkeitsbestrebungen.