Drama um Berliner Familie

Innerhalb von vier Monaten! Erst erkrankt Vater Hendric an Krebs, dann Söhnchen Finn (6)

Finn und Papa Hendric
Finn und Papa Hendric
© DKMS

15. September 2021 - 17:37 Uhr

Das Schicksal schlägt für Hendric und Sohn Finn doppelt zu

Manchmal ist das Schicksal einfach ein mieser Verräter. Die Leidensgeschichten des sechsjährigen Finn und seines Vaters Hendric, die innerhalb von nur vier (!) Monaten an Krebs erkrankt sind, sind genau so ein Fall.

Vater Hendric hat Lymphdrüsenkrebs, sein Sohn Finn Blutkrebs

Berlin vor wenigen Monaten: Es ist Sommer, und der lebensfrohe und lustige Finn sehnt sich seine baldige Einschulung herbei. Mach's gut Kita, jetzt geht's endlich in die Schule! Doch es sollte alles anders kommen: Finn erhält die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs. Aus dem charakterstarken Jungen, der gerne auf Bäume klettert, mit dem Hund durch den Wald stromert, seine Freunde trifft und gerne Zeit mit seinen Eltern im Garten verbringt, ist ein schwerkrankes Kind geworden. Das offenbart eine Pressemitteilung der DKMS ("Deutsche Knochenmarkspenderdatei").

Als wäre dieser Schicksalsschlag nicht schon schlimm genug, erhielt auch sein Vater Hendric nur wenige Monate zuvor, im März 2021, die Diagnose Krebs. Er bemerkt seine vergrößerten Lymphknoten am Hals, bekommt Wochen später dann die finale Gewissheit: Er leidet unter Lymphdrüsenkrebs. Es folgt eine Chemotherapie mit vielen Nebenwirkungen – aber Hendric kämpft weiter. Nicht nur für sich, sondern auch für seinen Sohn Finn. Dieser klagt im Juni über Bauchschmerzen. Während Mama Nicole mit ihm den Weg zum Kinderarzt aufsucht, da sie von einem einfachen Magen-Darm-Infekt ausgeht, verschlechtert sich Finns Zustand rapide. Nicht nur sein Bauch tut ihm weg, er hat dazu auch noch heftige Gelenkschmerzen und ist extrem müde und blass. Im Krankenhaus muss das Kind unzählige Untersuchungen über sich ergehen lassen. Das Ergebnis: Der sechsjährige, aufgeweckte Finn ist an Blutkrebs erkrankt.

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Die Situation ist für die ganze Familie mehr als hart

Ein starkes Team: Der sechsjährige Finn und seine Mutter Nicole, die ihn bei allem unterstützt.
Ein starkes Team: Der sechsjährige Finn und seine Mutter Nicole, die ihn bei allem unterstützt.
© DKMS

Mutter Nicole, die erst um ihren Ehemann Hendric und jetzt auch noch um ihr Kind bangen muss, fühlt sich wie in einem schlechten Film: "Als ich die Nachricht bekam, war ich wie betäubt. Ich wollte es einfach nicht glauben. Doch der Tag war so dramatisch, dass ich im Rückblick schnell verstanden habe, dass das kein Albtraum, sondern Realität war. Das alles kam so plötzlich – ich war vollkommen überfordert. Erst Hendric, jetzt Finn. Das war wie in einem schlechten Film", erklärt sie in der Pressemitteilung.

Da Finns Werte sich stetig verschlechtern, wird er auf die Intensivstation verlegt, wo er zunächst Sauerstoff, Infusionen und eine Lungenpunktion bekommt. Nicole fühlt sich machtlos. Nur vier Tage später beginnt auch für Finn die Chemotherapie: Seine Haare fallen aus, er muss sich oft übergeben und schmerzhafte Untersuchungen über sich ergehen lassen. Und das alles geht an dem Sechsjährigen nicht spurlos vorbei: Finn hadert oft mit seinen Emotionen, ist entweder wütend oder in sich gekehrt. Auch die Corona-Situation erschwert die Situation zusätzlich: Aufgrund der hohen Infektionsgefahr darf Finn keine sozialen Kontakte haben.

Parallel wird Papa Hendric mit verschiedenen Chemotherapien behandelt und besucht seinen geliebten Sohn so oft es nur geht. Dass beide im selben Boot stecken, schweißt das Vater-Sohn-Gespann noch mehr zusammen.

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So können Sie Finn helfen

Auch wenn Finn stark bleibt und immer weiter kämpft: Am Ende wird ihm nur eine Stammzellentransplantation helfen können. Mutter Nicole würde ihrem Kind die ganze Last gerne abnehmen: "Zeitweise ging es ihm so schlecht, dass ich nicht wusste, ob ich Finn das noch zumuten kann. Doch dann gibt es wieder Momente der Hoffnung. Ein Löffel Joghurt kann schon glücklich machen. Es gibt keine Alternative: Ich muss stark bleiben. Nur wenn ich stabil bin, kann ich ihm beistehen. Also funktioniere ich seit zwölf Wochen."

Die engsten Freunde der Familie haben mit Hilfe der DKMS eine große Online-Aktion ins Leben gerufen, damit sich so viele Menschen wie möglich zur Stammzellenspende registrieren lassen. Für die Eltern von Finn zählt vor allem eines: "Wir wollen Finn nicht verlieren. Wie alle Eltern wünschen wir uns, unser Kind aufwachsen zu sehen. Er soll lachen und lieben und die Welt entdecken. Nur wer bei der DKMS ("Deutsche Knochenmarkspenderdatei") registriert ist, kann als möglicher Stammzellspender gefunden und kontaktiert werden, wenn die Chance besteht, ein anderes Leben zu retten. Um Finn und seinem Vater zu helfen, können Sie sich als Stammzellenspender bei der DKMS Deutschland registrieren. Was Sie sonst noch zum Prozess wissen müssen, erfahren Sie hier. (vdü)

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