Innenminister gegen Großunterkünfte für Flüchtlinge

13. Februar 2016 - 20:04 Uhr

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat sich angesichts wieder steigender Flüchtlingszahlen gegen Großunterkünfte ausgesprochen. Nach jahrelang rückläufigen Flüchtlingszahlen seien Aufnahme- und Unterbringungskapazitäten zurückgefahren worden. "Jetzt führt die gegenläufige Tendenz dazu, dass mehr Wohnraum für Flüchtlinge benötigt wird. Dies ist jetzt eine Aufgabe, die von den Ländern und Kommunen erfüllt werden muss und die angenommen wird", sagte Pistorius. "Wichtig sind transparente Entscheidungen vor Ort und keine Großunterkünfte."

Er halte nichts von "Krisengipfeln", sagte Pistorius. Dies forderte der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach angesichts von Konflikten um Asylbewerberheime wie jetzt in Berlin-Hellersdorf. Am Tisch sollten möglichst rasch Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände sitzen, sagte Bosbach der 'Saarbrücker Zeitung'. Das Thema dürfe nicht den Rechtspopulisten überlassen werden. Der Zustrom von Asylbewerbern ist bundesweit so hoch wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres beantragten 52.754 Menschen erstmals Asyl. Das sind 90 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.