Bürokratendeutsch ade?

Initiative „Klartext“ fordert verständliche Sprache in Behörden

7. Februar 2019 - 18:13 Uhr

Amtssprache? Versteht doch keiner!

Schon mal den Begriff "Spontanvegetation" gehört? Oder "Personenvereinzelungsanlage"? Keine Ahnung? Damit sind Sie nicht allein. Das sind nur zwei Fälle von Amtssprache, die leider kaum einer versteht. Um dem komplizierten Bürokratendeutsch endlich ein Ende zu machen, fordert eine Initiative aus Schleswig-Holstein nun Amtsdeutsch endlich einfacher zu machen. Unsere verrückten Beispiele im Video zeigen, wieso das dringend notwendig ist.

Gesetzestexte zu übersetzen, ist Aufgabe der Verwaltungsbehörden

Samiah El Samadoni, Schleswig-Holsteins Bürgerbeauftragte für soziale Angelegenheiten, kann den Frust der Bürger verstehen. Briefe vom Amt zu entziffern, wird bei den meisten zu einer echten Herausforderung. Samiah El Samadoni weiß auch, woran das liegt: "Oft sind das Ausdrücke, die schon so in den Gesetzen oder Verordnungen stehen. Die Behörden übernehmen sie dann einfach unreflektiert, weil dem Sachbearbeiter klar ist, was gemeint ist. Aber für den Bürger ist das überhaupt nicht zu verstehen." Eigentlich wäre es die Aufgabe der Verwaltung, Gesetzestexte für die Bürgerinnen und Bürger zu übersetzen. Aber Fehlanzeige!

Schulungen für leichte Sprache

Die Kampagne "Klartext" soll nun endlich Schluss mit dem bürokratischen Kauderwelsch machen. So soll die Ausbildung von Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes mit Hilfe von Schulungen angepasst werden. Komplizierte Umschreibungen sollen dann zukünftig vermieden werden. Und erste Schritte Richtung verständliche Amtssprache sind in einigen Behörden schon gemacht. So werden viele Amtsdeutsch-Formulare oder Behörden-Websites auch in "Leichter Sprache" angeboten.