Initiative gegen Lebensmittelverschwendung: Edeka verkauft krummes Obst und Gemüse

04. Juli 2015 - 20:34 Uhr

Trendwende im Supermarkt-Regal?

Zu klein, zu groß, zu unförmig – allzu oft kommen nur perfekte Äpfel, Karotten oder Gurken in den Einkaufskorb vieler Deutscher. Verbraucher entscheiden sich in der Regel im Supermarkt für die Ware, die am schönsten aussieht. Der unschöne Rest landet dann nur noch in der Mülltonne. Als Initiative gegen Lebensmittelverschwendung verkaufen nun auch Supermärkte in Deutschland Produkte mit Schönheitsfehlern – wie etwa krumme Gurken oder dreibeinige Karotten.

Krummes Gemüse im Regal
Als Initiative gegen Lebensmittelverschwendung verkaufen nun auch Supermärkte in Deutschland Produkte mit Schönheitsfehlern.

Unter dem Motto "Keiner ist perfekt" bieten Edeka und seine Discount-Tochter Netto in den kommenden vier Wochen Obst und Gemüse "abseits der Normen" an. Die Testmärkte stehen in Südbayern, Nordbayern, Sachsen, Thüringen, Rhein Ruhr und Nord. Die Ware werde mit klarer Kundeninformation angeboten und liege preislich unter den normalen Artikeln, so Edeka.

Projekte auch in Österreich und der Schweiz

In Österreich verkauft der Handelskonzern Rewe schon seit einigen Tagen Äpfel, Karotten und Kartoffeln mit "eigenwilligem" Aussehen unter der Eigenmarke 'Wunderlinge'. Laut dem Unternehmen handelt es sich dabei um Ware, die bislang aufgrund optischer Mängel nicht verkauft wurde, obwohl sie qualitativ einwandfrei ist und gut schmeckt. Rewe will damit eine "konkrete Maßnahme gegen die Wegwerfkultur" leisten. Ob der Konzern auch in Deutschland "Wunderlinge" in seinen Supermärkten verkaufen wird, steht aber noch nicht fest.

Rewe folgt dabei einem Beispiel aus der Schweiz. Dort bietet die Supermarktkette Coop seit Ende August unter der Marke 'Ünique' in gesonderten Regalen und zu einem günstigeren Preis kleine oder unförmige Gemüse- und Obstsorten an.