Inga seit zwei Jahren vermisst: "Mein Gefühl sagt mir, sie ist noch am Leben"

Polizisten laufen am 03.06.2015 zu einem Waldstück in Wilhelmsdorf bei Stendal (Sachsen-Anhalt). Im Fall der vermissten Inga aus Schönebeck durchsucht die Polizei erneut ein Waldstück bei Stendal. Mehr als 350 Beamte sind nach Angaben eines Polizeisp
Polizei sucht nach vermisster Inga
dpa, Florian Voigt

Inga verschwand spurlos im Wald

Seit fast zwei Jahren ist die fünfjährige Inga wie vom Erdboden verschluckt. Sie verschwand spurlos in einem Wald in der Altmark. Die Ermittler hoffen noch immer auf den entscheidenden Hinweis. Ingas Eltern sprechen erstmals über ihren unterschiedlichen Umgang mit dem Schicksalsschlag.

Noch immer gehen Hinweise bei der Polizei ein

Polizisten durchsuchen am 03.06.2015 ein Waldstück in Wilhelmsdorf bei Stendal (Sachsen-Anhalt). Im Fall der vermissten Inga aus Schönebeck durchsucht die Polizei erneut ein Waldstück bei Stendal. Mehr als 350 Beamte sind nach Angaben eines Polizeisp
Polizisten suchten im Wald nach der vermissten Inga.
dpa, Florian Voigt

Laut dem Magdeburger Polizeisprecher Mike von Hoff bekommen die Ermittler pro Woche noch immer durchschnittlich zwei bis drei Tipps. Insgesamt seien in den zwei Jahren mehr als 2.000 Hinweise überprüft worden.

"Es gab 600 Sichtungen weltweit", sagt von Hoff. In keinem Fall war am Ende sicher, dass es sich um das Mädchen aus Schönebeck handelte. Hinweise seien aus New York, Norwegen, England, der Schweiz und vielen Regionen Deutschlands gekommen. Ob das Mädchen Opfer eines Verbrechens wurde, ob es noch lebt - dazu kann es keine gesicherten Aussagen geben. Vielerorts bundesweit hängen noch die Fahndungsplakate mit Ingas Bild. "Wir suchen immer noch nach dem Mädchen und wir wollen auch nicht aufgeben", sagt von Hoff.

Das Schicksal des kleinen Mädchens mit der großen Zahnlücke bewegt Deutschland

Das damals etwa 1,20 Meter große, blonde Mädchen mit der großen Zahnlücke hatte am 2. Mai 2015 in einem Waldstück gespielt und war nicht zurückgekehrt. Ingas Familie war im Stendaler Ortsteil Wilhelmshof zu Besuch.

Kurz nach ihrem Verschwinden begann eine riesige Suchaktion in dem gut 3.500 Hektar großen Wald. Die Ermittler nutzten Fernsehsendungen, prüften mögliche Verbindungen zu anderen Fällen, setzten besonders sensible Suchhunde ein. Dennoch ist Inga bis heute wie vom Erdboden verschwunden.

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Mutter und Vater hin - und hergerissen

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Unter anderem mit diesem Plakat wandte sich die Polizei an die Bevölkerung.

Im 'Stern' sprechen erstmals die Eltern des Mädchens über den Schicksalsschlag. Dabei wird deutlich, wie unterschiedlich Ingas Eltern mit der Ungewissheit umgehen. "Mein Gefühl sagt mir, sie ist noch am Leben", sagt Victoria Gehricke, die Mutter.

Dagegen sagt Vater Jens-Uwe Gehricke: "Ich habe nichts gefunden, was für einen guten Ausgang sprechen könnte, so sehr ich mir den auch wünsche." Die Hoffnung, dass Inga gefunden werde, habe auch er immer noch. "Aber die Hoffnung, dass sie lebend zurückkommt, geht bei mir gegen null."