10.000 Euro, um "das Leben zu feiern"

Influencer bitten um Spenden für Urlaub - und ernten Shitstorm

Das Instagram-Paar will Geld für Reise - und erntet heftige Kritik im Netz.
Das Instagram-Paar will Geld für Reise - und erntet heftige Kritik im Netz.
© GoFundMe

19. Juni 2019 - 10:14 Uhr

Geld der Follower soll Reise nach Afrika ermöglichen

Auf Instagram versorgen Tattoo-Model Catalin Onc und seine Partnerin Elena Engelhardt ihre Follower mit jeder Menge kunstvoller Bilder - aus Shootings, aber vor allem von ihren vielen Reisen durch die ganze Welt. Doch jetzt ist das junge Paar offenbar einen Schritt zu weit gegangen: Auf einer Spendenseite bitten die beiden ihre Fans, ihnen eine Reise auf dem Tandem nach Afrika zu finanzieren. 10.000 Euro sollen es gerne werden. Doch es sieht nicht so aus, als würden sie dieses Ziel erreichen – ganz im Gegenteil.

"Weniger Gerede, mehr Action"

"Wir könnten euch erzählen, dass ihr eure Träume verfolgen solltet, oder wie wichtig es ist, seine Komfortzone zu verlassen", schreiben die Influencer im Spendenaufruf auf GoFundMe und im Posting dazu auf Instagram. "Wir könnten euch sagen, wie schön Reisen ist und welche Vorteile es hat [...]. Aber wir werden es euch einfach zeigen! Weniger Gerede, mehr Action."

Anscheinend genau die falschen Worte, wenn man sich einen so teuren Trip von anderen finanzieren lassen möchte. Natürlich kosten die Ausrüstung, Unterkunft und Verpflegung bei einer Weltreise eine Menge Geld. Doch wenn Onc und Engelhardt erwartet haben, dass ihre Follower für die Reisefotos und -berichte auf Instagram bereit sind, in die eigene Tasche zu greifen, haben sie sich geirrt.

Der Shitstorm folgt sogleich

In den Kommentaren gibt es sowohl auf der Spendenseite als auch auf Instagram eine Menge Gegenwind. "Sucht euch einen Job" ist dabei noch eine der harmlosesten Reaktionen auf die Bitte um Geld. Vor allem, dass die beiden im Spendentext schreiben, mit ihrer Reise gemeinsam mit den Spendern "einen Unterschied machen" zu können.

"Wie gebt ihr, die wahrscheinlich vollkommen banale Instagram-Fotos in Afrika machen werden, irgendetwas zurück an eure Fans oder die afrikanische Gemeinschaft", fragt sich ein Instagram-Nutzer. "Seid ihr wirklich so obszön arrogant, dass ihr denkt, dass ihr Urlaub macht, hat einen Einfluss auf das Leben anderer Menschen?"​

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Geld für Tattoos aber nicht fürs Reisen?

Ein anderer Punkt, an dem sich viele Kritiker der Spendenaktion stören: Catalin Onc ist von oben bis unten tätowiert. Auch wenn es sicherlich einige Jahre gedauert hat, ist klar, dass dieses Körperkunstprojekt eine Menge Geld gekostet hat. Und die User sind sich einig: Wer Geld für Tattoos hat, sollte auch seinen Urlaub selbst bezahlen!

Was meint ihr?

Wann ist es okay, Spenden für sich selbst zu sammeln?

Crowdfunding-Plattformen versprechen uns vieles: den großen Traum verwirklichen, finanzielle Engpässe überbrücken, das soziale Herzensprojekt unterstützen, eine eigene Erfindung vermarkten. Im Prinzip haben die beiden Influencer diese Möglichkeit doch einfach ausgenutzt. Aber was man immer mitdenken sollte, wenn man andere Menschen um Geld bittet: Was haben die Unterstützer von dem mitfinanzierten Projekt? Eine Ausnahme sind oft vor allem Aufrufe, um genug Geld zu sammen, um eine Krankheit zu bekämpfen. Denn da hilft man immer gerne.