2016 M07 25 - 9:45 Uhr

Die "Infant Swimming Resource" soll im Ernstfall Leben retten

Es ist der Albtraum aller Eltern: Kurz nicht aufgepasst und das Kind fällt ins Wasser und droht zu ertrinken. Kaum vorstellbar, doch Ertrinken ist in Deutschland die zweithäufigste unfallbedingte Todesursache bei Kindern. Eine aus den USA stammende Schwimmtechnik soll Babys und Kleinkinder vor diesem Unglück bewahren. Mit der "Infant Swimming Resource"-Technik, kurz IRS, sollen Kinder ab sechs Monaten lernen, sich selbst zu retten.

Deshalb ist die ISR-Methode umstritten

Ziel bei der "Infant Swimming Resource"-Technik ist es, dass sich schon sechs bis zwölf Monate alte Babys selbst in Rückenschwebelage drehen können, wenn sie ins Wasser gefallen sind. Marion Bösel-Weßler ist ausgebildete ISR-Lehrerin und bietet dieses Schwimmtraining in Köln an. "Ein Kleinkind ertrinkt still und leise - das ist innerhalb von ein paar Sekunden geschehen. Es braucht nur zehn Sekunden unbeaufsichtigt zu sein, fällt ins Wasser und wird wie ein Stein untergehen", erklärt die Lehrerin. Für den Ernstfall soll das Baby oder Kleinkind also lernen, wie es sich von der Bauchlage auf den Rücken dreht und so mit Nase und Mund über Wasser bleibt. Um die Schwimmtechnik richtig zu erlernen, brauchen Kinder etwa zwanzig Einheiten in einem Monat.

Die "Infant Swimming Resource"-Technik sieht nicht besonders sanft aus - das Kind im Wasser sich selbst zu überlassen, ist außerdem umstritten. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft DLRG kritisiert diese Selbsrettungsmethode, weil sie nicht für alle Kinder geeignet ist. Wichtig ist, dass der Schutzreflex, die Luft unter Wasser anzuhalten, bei Babys noch funktioniert. Das müsse vorher getestet werden. Sonst besteht die Gefahr, dass das Kind Wasser einatmet und es so in die Lunge gerät.

Die DLRG appelliert an alle Eltern, ihre Kinder am Wasser niemals unbeaufsichtigt zu lassen, damit gefährliche Situationen am besten gar nicht erst entstehen. Wie das ISR-Schwimmtraining abläuft und wie die Reaktionen auf die Methode ausfallen, sehen Sie im Video.