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Indonesischer Mob setzt Kirchen in Brand

Indonesischer Mob setzt Kirchen in Brand

Aus Protest gegen die ihrer Ansicht nach zu milde Gefängnisstrafe für einen Christen haben Muslime in Indonesien zwei Kirchen angezündet. Die Polizei setzte Tränengas ein und feuerte Warnschüsse, um die aufgebrachte Menge auseinander zu treiben, wie Augenzeugen berichteten.

Zuvor hatten rund 1.000 Demonstranten den Gerichtssaal gestürmt, das Mobiliar demoliert und die Scheiben eingeworfen, wie die Polizei berichtete. Das Gericht in Temanggung auf Java verurteilte den Christen zu fünf Jahren Haft. Er soll Flugblätter mit despektierlichen Äußerungen über das zentrale Heiligtum des Islam, die Kaaba in Mekka, verteilt haben. Die Demonstranten hatten die Todesstrafe verlangt.

Fast 90 Prozent der 240 Millionen Einwohner Indonesiens sind Muslime. Das Land hat damit die größte muslimische Bevölkerung der Welt. Der Staat propagiert religiöse Toleranz. Allerdings kam es in jüngster Zeit immer wieder zu Zusammenstößen.