Tausende Helfer suchen weiter nach Überlebenden – Vulkan noch aktiv

War die Killer-Welle in Indonesien erst der Anfang? Mindestens 429 Tote nach Tsunami

25. Dezember 2018 - 10:39 Uhr

Katastrophenschutz in Indonesien muss Opferzahlen nach oben korrigieren

Die Zahl der Toten in Indonesien steigt auf 429. Bislang hieß es, weniger als 400 Menschen seien bei dem Tsunami gestorben. Über 1.485 Menschen wurden verletzt. Tausende Helfer suchen noch immer nach Überlebenden – unter der ständigen Angst, weitere katastrophale Fluten könnten die Küstenregion zerstören. Das berichtet RTL-Reporter Stephan Richter aus Indonesien.

Mehr als 1.500 Menschen wurden verletzt

Nachdem die Killer-Welle am Samstagabend (Ortszeit) die Inseln Java und Sumatra überschwemmt hat, ist in der beliebten Urlaubsregion vor allem eins zu sehen: Zerstörung. Tausende Soldaten, Polizisten und Katastrophenhelfer sind unterwegs, helfen bei den Bergungsarbeiten und suchen nach Überlebenden. 128 Menschen werden vermisst.

Stephan Richter ist in der indonesischen Hauptstadt Jakarta vor Ort und beschreibt die Situation im Video. Er sagt: "Viele Menschen fühlen sich zurück erinnert an 2004, als die ganz große Welle mehrere Hunderttausend Menschen in den Tod gerissen hat." Vor 14 Jahren starben allein in Indonesien mehr als 165.000 Menschen. Etwa 230.000 Tote waren es in allen betroffenen Anrainerstaaten des Indischen Ozeans.

Vulkan noch aktiv: Experten befürchteten neue Tsunamis

Der Tsunami wurde am Samstagabend um 21.03 Uhr (Ortszeit) von einem Unterwasser-Erdrutsch ausgelöst. Die indonesische Agentur für Meteorologie, Klimatologie und Geophysik (BMKG) hat bestätigt, dass der in der Sundastraße rund 50 Kilometer von der Küste entfernt gelegene Vulkan Anak Krakatau indirekt dafür verantwortlich war. Er war ausgebrochen, was einem Erdbeben in der Stärke 3,4 gleichkam, sagte Dwikorita Karnawati, die Chefin des BMKG. 24 Minuten später - also etwa um 21:27 Uhr - sei die Flutwelle dann auf Land getroffen.

Dieses Horror-Szenario könnte sich wiederholen. Indonesiens Katastrophenschutz-Sprecher Sutopo Purwo Nugroho empfahl den Menschen, sich weiterhin von der Küste fernzuhalten, da die Möglichkeit weiterer Erdrutsche bestehe – und somit eines weiteren Tsunamis.  Auch RTL-Reporter Stephan Richter sagt, Experten befürchteten neue Tsunamis.

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Weiterhin keine Deutschen unter den Opfern

Das Frühwarnsystem habe am Samstagabend keine Warnung ausgegeben, weil es nur auf Erdbeben – und nicht auf Unterwasser-Erdrutsche oder Vulkanausbrüche – ausgerichtet sei. Das schrieb Katastrophenschutz-Sprecher Nugroho auf Twitter: "Ohne das Frühwarnsystem konnten wir kein Potenzial für einen Tsunami entdecken."

Freiwillige von Ärzte ohne Grenzen und vom Roten Kreuz sind vor Ort und helfen bei der Suche nach Überlebenden. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes seien weiterhin keine Deutschen unter den Opfern. Sprecher von Tui und Alltours sagten, sie hätten keine Gäste aus Deutschland in der Region.