Indonesien: Schluss mit der Affen-Show

07. Dezember 2013 - 12:52 Uhr

Kampf gegen Tierquälerei

In Indonesien werden Affen dressiert. Dann bekommen sie noch hübsche Kinderkleidung an, eine Maske auf, gehen in eine belebte Straße, und fertig ist das Geschäftsmodell. Es gibt immer einen, der für solche 'Show-Affen' zahlt.

Die 'Masked Monkeys' - maskierte Affen - gehören zum Alltag auf Jakartas Straßen. Hinter der Show verbirgt sich Grausames: wochenlanger Drill, eine Tortur für die Tiere. Damit ein Affe aufrecht steht, bindet ihm sein Besitzer die Arme auf dem Rücken zusammen. Doch damit soll jetzt Schluss sein:

"Die Regierung hat beschlossen, dass bis 2014 alle Affenshows von den Straßen verbannt werden sollen. Sie will aber auch den Besitzern helfen, damit diese in anderen Bereichen arbeiten können", erklärt Sabdo Kurnianto, Ordnungsamt-Chef.

Tierschutzorganisationen schlagen Alarm

Das Verbot betrifft Straßenkünstler wie Sarinah. Sie lebt im so genannten 'Monkey Village', dem Affendorf in Jakarta. Wie etwa 400 andere Menschen in Indonesien auch verdient sie ihr Geld mit dem Affenkunststücken auf der Straße. Das Verbot der Regierung gefährdet jetzt ihre Existenz: "Wir sind arme Leute, aber wenn die Regierung ein Verbot ausspricht, werden wir dem nachkommen. Ich werde den Regeln der Regierung folgen. Wir wollen nur, dass sie auch an das Schicksal unserer Familie denken und uns tatsächlich mit neuen Jobs versorgen."

Sarinah sagt, sie habe ihre Affen immer gut behandelt. Dennoch schlagen Tierschutzorganisationen Alarm. Schon seit 2009 wollen die Tierschützer die unwürdigen Affenshows verhindern: "Wir haben viele Beschwerden aus der Öffentlichkeit erhalten, wegen Quälerei und Grausamkeit an den Affen. Wir haben nachgeforscht, und es ist tatsächlich wie Folter. Sie werden dazu erzogen, Bettler zu sein", erzählt Benvika, Tierschützerin.

Schon sehr früh werden die Affen im indonesischen Dschungel gefangen und gedrillt. Es sind auch Bilder von angeketteten Affen, die die Tierschützer alarmieren. Die Zähne werden den Affen entweder gezogen oder abgeschliffen, damit sie niemanden beißen können. Ein Umstand, den man eben in Kauf nehmen müsse, finden die Händler:

"Wir haben die Affen nie gequält. Wir schneiden zwar die Zähne ab, aber das machen wir nur, um andere nicht zu gefährden. Nein, wir quälen sie wirklich nicht", behauptet Sharif Udin.

Aber der indonesischen Regierung geht es nicht nur um Tierschutz. Die Affen kommen während ihrer Auftritte in direkten Kontakt zu Menschen. Zwanzig Prozent der Primaten sind mit Tuberkulose infiziert - eine Krankheit, die auch auf den Menschen übertragen werden kann. Unbehandelt endet sie tödlich.