Zurück an den Absender

Indonesien schickt westlichen Müll erneut zurück

10. Juli 2019 - 8:30 Uhr

Industrienationen entsorgen ihren Müll nicht immer selbst

Viele Industrieländer beseitigen Teile ihres Mülls nicht selbst. Das ist nichts Neues. Schon letzte Woche schickte Indonesien 49 Container an ihre Ursprungsländer zurück. Nun gehen schon wieder dutzende Container an ihre Absender - darunter auch nach Deutschland.

Indonesien: Keine Mülldeponie für die Welt

Im Hafen von Batam bei Singapur stellten Zollbeamte fest, dass die Lieferung kontaminiert war: Sie enthielt Windeln, Plastik und andere giftige Materialien. Um Südostasien nicht zu weiteren Rückschlägen zu führen, schickte der indonesische Zoll die Lieferung an die Industrieländer zurück. Vor allem nach Australien, aber auch in die USA, nach Frankreich, Hongkong - und eben nach Deutschland.

China hat die Einfuhr von Kunststoffabfällen verboten

Viel Müll aus den Industrienationen landet noch immer in Schwellenländern.
Plastikmüll in Indonesien
© dpa, Achmad Ibrahim, AI pat fgj

Laut Angaben von Basuki Suryanto, dem Zollchef des ostjavanischen Hafens, seien acht weitere Container mit 210 Tonnen Abfall im Juni aus Australien gekommen. Die Lieferung sollte nur Papier enthalten, doch seien auch andere Dinge darunter gewesen.

Da China seit Anfang 2018 den Import von Kunststoffabfällen verboten hat, wird daraufhin mehr Müll nach Südostasien geschickt.

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Einfuhr von Kunststoffabfällen wurde mehr als verdoppelt

Die Umweltschützer in Indonesien drängen außerdem auf strengere Einfuhrregeln für Plastikmüll. Im Jahr 2018 hatte das Land nach Angaben des Handelsministeriums 320.400 Tonnen Kunststoffabfälle eingeführt, im Vergleich zu 128.800 Tonnen im Vorjahr. Das ist mehr als das doppelte.