Indonesien: Beim 'Topeng Monyet' werden Affen als Menschen verkleidet

26. April 2018 - 22:02 Uhr

Verkleidete Affen sollen Geld sammeln

Der Begriff "Monkey Business" hat es schon vor langer Zeit in den deutschen Sprachgebrauch geschafft und steht für eher harmlosen Unfug, Schabernack. Gar nicht lustig und ganz real ist allerdings das, was sich in Indonesien als Geschäftsmodell etabliert hat: Dort werden Affen als Mädchen verkleidet und am Straßenrand angekettet, um Geld von vorbeifahrenden Autofahrern zu sammeln.

Bizarres Schauspiel mit Puppenmaske

Ein Video, das der 'Daily Mail' zufolge von einem Autofahrer im indonesischen Bogor aufgenommen wurde, zeigt verstörende Bilder: Ein Affe trägt einen pinkfarbenen Trainingsanzug und auf dem Kopf eine riesige Puppenmaske – mit langen, blonden Haaren und Sonnenbrille. Das Tier ist mit einer Kette um den Hals festgebunden. In der Hand hält es einen blauen Eimer, in dem die Spenden der Autofahrer gesammelt werden. Begleitet wird das bizarre Schauspiel von traditioneller Musik.

'Topeng Monyet' hat in Indonesien Tradition

Die Szene ist in Indonesien kein Einzelfall, sondern beruht auf einer alten Tradition namens 'Topeng Monyet' (zu Deutsch etwa "maskierter Affe"), berichtet die 'Daily Mail'. Bei dieser umstrittenen Form der Unterhaltung werden in Gefangenschaft lebende Makaken als Menschen verkleidet und sollen verschiedene Arten von "Kunststücken" wie Fahrradfahren vorführen.

Zwar wurde Topeng Monyet 2013 nach Protesten in Indonesiens Hauptstadt Jakarta verboten: Viele der Affen hatten körperliche und seelische Schäden davongetragen und konnten nicht in den Regenwald zurückkehren. Dennoch ist das grausame Spektakel in weiten Teilen des Landes verbreitet. Die befremdlichen Bilder sehen Sie im Video.