Indira Weis im RTL-Interview

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21. Juli 2011 - 19:13 Uhr

Interview mit Indira

Indira, welchen besonderen Bezug haben Sie zum Fußball?

"Ich habe selbst früher viel Fußball gespielt, daher liebe ich diesen Sport leidenschaftlich. Es macht Spaß, zuzuschauen und wenn man spielt, bekommt man eine wunderbare Figur. Ich selbst habe dem Fußballspielen mit Blick auf meine heutige Figur viel zu verdanken, allem voran die Beine. Ich habe richtig tolle Waden und Oberschenkel und kann sehr schnell Muskulatur generieren."

Wie war das, als Sie selber gespielt haben?

"Ich habe mit 15 Jahren angefangen, das war in meiner Schulzeit. Damals gab es kaum Frauen, die gespielt haben. Nur in größeren Städten gab es schon mal eine U16, bei uns auf dem Dorf natürlich nicht. Wir hatten zwar einen Trainer, aber der Sport war sehr verpönt. Wir haben keine Plätze und keine Kabinen bekommen und waren immer nur zweite Wahl."

Auf welcher Position haben Sie gespielt?

"Ich habe damals in der Abwehr angefangen und war da auch sehr gut, habe die Zweikämpfe eigentlich immer gewonnen. Aber dann bin ich irgendwann ins Mittelfeld gewechselt, weil ich auch sehr gut und sehr schnell war. Meine Stärke lag schon im Sprint."

Haben Sie einen Lieblingsverein?

"Ich habe zehn Jahre in München gewohnt, war immer bei den FC Bayern-Spielen und Fan der Mannschaft. Aber mit den Jahren hat sich das dann geändert, denn ich bin zum großen 1. FC Köln-Fan geworden. Und zum Lukas-Podolski-Fan."

Wie hat sich der Frauenfußball entwickelt?

"Das ist die meistunterschätzte Sportart, die wir haben. Das ist sehr schade und deshalb stehe ich da auch so hinter. Fußball war ja eine der letzten Männerdomänen, die wir Frauen mit Bravour erfasst haben. Uns sind Erfolge gelungen, die die Männer nie hatten. Wenn wir jetzt das dritte Mal in Folge die WM gewinnen sollten und das dann auch noch in Deutschland, das wäre ein Millenium-Ereignis."

Sehen Sie das deutsche Team in der Favoritenrolle?

"Ja, sie sind die absoluten Favoriten. Und die deutschen Frauen werden den Sieg auch nach Hause holen. Da habe ich jetzt auch schon viele Wetten abgeschlossen. Ich denke, da kann man auch zuversichtlicher sein als mit den Prognosen bei einer Männer-WM."

Wieviel Euphorie-Potenzial steckt in dieser WM im eigenen Land sein? Erleben wir vielleicht sogar ein Sommermärchen 2011?

"Ich hoffe, dass es ein riesiges nationales Thema wird, auch wenn es natürlich immer noch nicht so wie bei der Männer-WM abgeht, ganz klar. Wir werden sicherlich nicht zugepflastert mit Public Viewings sein auf den Straßen, aber ich fände es toll, wenn der Funke der Begeisterung überschlägt. Ich werde jedenfalls alles geben, um diesen Sport noch beliebter zu machen und in alle Wohnzimmer zu bringen, damit auch die ganze Nation hinter unseren Frauen steht."

Welche Bezeichnung ist eigentlich angemessener: Frauenfußball oder Damenfußball?

"Ich finde Frauenfußball authentischer. Das sind doch alles Kämpferinnen und unsere weiblichen Gladiatoren auf dem Platz. Das passt nicht so zu Damen. Auch wenn das alles Ladies sind, die auch mal über den roten Teppich schreiten. Auch der Song, den ich jetzt für die WM gemacht habe heißt: " Frauenpower vor" und nicht: "Damenpower vor".

Was hat es mit dem WM-Song auf sich?

"Ich habe ihn als Anfeuerungs- und Motivationssong aufgenommen. "Frauenpower vor" soll unsere WM-Mädels zum Sieg und die Fans zum Mitsingen anspornen. Der Song erscheint am 10.Juni und auch bei der WM will ich ihn oft performen - im Stadion und überall. Ich hoffe, dass das reinhaut!"

Wo setzen Sie Ihre Schwerpunkte als RTL-Expertin für die Frauen-WM in den nächsten Wochen?

"Ich möchte in den RTL-Punkt-Magazinen Begeisterung entfachen für diese WM, sei es durch Aktionen in den Spielorten oder durch Reportagen, in denen ich die vielen Facetten des Frauenfußballs aufzeige. Ich bin mit der Kamera in der Umkleidekabine, portraitiere die deutschen und internationalen Stars, lasse mir von Lothar Matthäus, der eine hohe Meinung vom Frauenkick hat, ein paar Tricks zeigen. Und natürlich werde ich während der WM die Stimmung im Land einfangen, ob nun beim Public Viewing, in den Kneipen oder bei den Fans zuhause im Wohnzimmer."

Ist Frauenfußball eigentlich sexy?

"Ich finde es generell sexy, wenn Frauen Sport treiben. Es muss ja nicht immer Beachvolleyball oder Tennis als Inbegriff von sexy Frauensport sein. Es kommt natürlich immer auf die Frauen an. Die amerikanische Tennisspielerin Serena Williams zum Beispiel ist so ein Mannsweib, die find ich im kurzen Höschen so gar nicht sexy. Wenn ich da an die deutschen Fußballmädchen denke, z.B. die Alexandra Popp mit ihren blonden Haaren und ihrer Top Figur, da denke ich schon: echt sexy!"