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Indien: Regierung stellt Vergewaltigung von Kindern unter Todesstrafe

Indien stellt Vergewaltigung von Minderjährigen unter Todesstrafe
Protest gegen Vergewaltigungen in Indien © dpa, Oinam Anand, alh

Härteres Vorgehen gegen Vergewaltiger

Immer wieder sorgen Fälle von Vergewaltigungen in Indien für Entsetzen. Auch Minderjährige finden sich wiederholt unter den Opfern. Um solch abscheuliche Verbrechen einzudämmen, hat die indische Regierung jetzt eine rigorose Maßnahme ergriffen: Sie stellte die Vergewaltigung von Kindern unter zwölf Jahren unter Todesstrafe.

Gesetzesänderung muss noch bestätigt werden

Nach mehreren Vergewaltigungen mit tödlichem Ausgang hatte es zuletzt landesweite Proteste gegeben. Am Samstag brachte die Regierung schließlich einen Erlass mit der Einführung der schärferen Strafe auf den Weg. Das meldete der amtliche Fernsehsender Doordarshan News. Vergewaltigung von Kindern kann in Indien damit künftig mit dem Tod bestraft werden.

Der Erlass stellt die Vergewaltigung von Kindern unter zwölf Jahren unter Todesstrafe. Bislang konnte maximal eine lebenslange Haftstrafe verhängt werden. Das Parlament muss nun innerhalb eines halben Jahres die Gesetzesänderung bestätigen und dauerhaft einführen.

Mehr als 36.000 Sexualstraftaten gegen Minderjährige

Die Vergewaltigung und Ermordung einer Achtjährigen in Kaschmir im Januar hatte landesweites Entsetzen ausgelöst. Dieses Verbrechen war jedoch bei weitem kein Einzelfall. Allein vergangene Woche wurden vier ähnliche Fälle gemeldet. Ebenfalls im Januar hatte ein Mann in Neu Delhi seine nur acht Jahre Cousine vergewaltigt. Nach offiziellen Zahlen gab es in im vergangenen Jahr mehr als 36.000 Sexualstraftaten gegen Minderjährige. Aktivisten gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus.

Verhängt werden kann die Todesstrafe in Indien für Terrorismus, Mord, Beihilfe zum Selbstmord eines Kindes sowie Vergewaltigung, wenn diese zum Tod des Opfers oder zum Wachkoma führt.

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