Indien: Mädchen nach Gruppenvergewaltigung erhängt an Baum gefunden

Erneut schockiert ein Gruppenvergewaltigungs-Fall Indien - und wieder mal stehen Polizei und Justiz in der Kritik.
Erneut schockiert ein Gruppenvergewaltigungs-Fall Indien - und wieder mal stehen Polizei und Justiz in der Kritik.
© picture alliance / ZUMAPRESS.com, The India Today Group

06. Juni 2014 - 10:23 Uhr

"Grauenhafte" Tat

Ein neuer Fall von brutaler Gewalt gegen Frauen erschüttert Indien: Zwei junge Mädchen wurden nach einer Gruppenvergewaltigung im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh erhängt aufgefunden.

Die beiden 14 und 16 Jahre alten Cousinen wurden Dienstagnacht von ihren Familien im Distrikt Badaun als vermisst gemeldet. Am Mittwoch entdeckte man die Leichen der Mädchen, sie hingen laut Polizei an einem Baum.

"Der Vater eines Mädchens sagte, dass sie von fünf Männern vergewaltigt und dann von den Tätern gehängt wurden", sagte ein Polizeisprecher. Eine Untersuchung der Toten bestätigte den Missbrauch. Den Behörden zufolge könnten sich die Mädchen aber auch nach der Tat selbst erhängt haben.

Polizei steht wieder mal in der Kritik

Ein 18-jähriger Verdächtiger wurde festgenommen. Der Leichenfund hatte im Dorf Proteste gegen die Polizei ausgelöst. Die Bewohner warfen ihr vor, nicht auf die Vermisstenanzeige reagiert und die Suche verzögert zu haben. Sie blockierten eine Straße und forderten Konsequenzen für die verantwortlichen Beamten. Daraufhin wurden drei Polizisten suspendiert und gegen zwei weitere Ermittlungen wegen mutmaßlicher Verschwörung mit den Tätern und Verzögerung der Suche aufgenommen. Die Polizei versprach, mit einem 60-köpfigen Team nach den weiteren Verdächtigen zu fahnden und diese bald festzunehmen.

Auch die Nationale Kommission für Frauen will den Fall untersuchen. Die Vorsitzende der Behörde, Mamata Sharma, sprach gegenüber der 'Times of India' von einer "grauenhaften" Tat. Laut Sharma wurde ein Untersuchungsausschuss gegründet, der den Fall vor Ort untersuchen soll.