Tarifbeschäftigte können sich freuen

In welcher Branche gibt`s am meisten Weihnachtsgeld?

Ostdeutsche bekommen laut statistischem Bundesamt weniger Weihnachtsgeld.
© dpa, Karl-Josef Hildenbrand

11. November 2020 - 16:59 Uhr

Weihnachtsgeld für Tarifbeschäftigte

Auch wenn die Vorfreude auf Weihnachten coronabedingt etwas gedämpfter ausfällt, kann das Weihachtsgeld die vorweihnachtliche Stimmung vielleicht etwas aufpolieren. Vor allem Beschäftigte mit Tarifverträgen können sich über zusätzlichen Geldregen zum Jahresende freuen. Doch wer wie viel Weihnachtsgeld erhält, ist stark branchenabhängig, wie das statistische Bundesamt nun mitteilt.

Wer kann mit Weihnachtsgeld rechnen?

Knapp neun von zehn Tarifbeschäftigten erhalten auch 2020 ein Weihnachtsgeld. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des statistischen Bundesamtes. Dabei haben die Statistiker Lohn-, Gehalts- und Entgelttarifverträge ausgewertet und analysiert. Weihnachtsgeld erhalten demnach 87,4 Prozent aller Beschäftigten mit einem Tarifvertrag in Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Wert mit 0,5 Prozent leicht an. Trotz der Pandemie seien "Aufkündigungen von tarifvertraglich vereinbartem Weihnachtsgeld anhand der uns vorliegenden Informationen bislang nicht zu erkennen" heißt es vom Bundesamt. Wie hoch das Weihnachtsgeld ausfällt, ist abhängig von der Branche.

Welche Branchen zahlen am meisten?

Wer im Bereich "Gewinnung von Erdöl und Erdgas" arbeitet, kann sich zum Jahresende über einen fetten Bonus freuen. Hier liegt das durchschnittlich gezahlte Weihnachtsgeld bei 5.910 Euro brutto. Trotz steuerlicher Abzüge bleibt am Ende in etwa ein doppeltes Gehalt übrig. Hiervon profitieren laut dem statistischen Bundesamt ausnahmslos alle Tarifbeschäftigten der Branche. Auch Tarifbeschäftigte bei Rundfunkveranstaltern und in der Energieversorgung können mit Brutto-Zahlungen in Höhe von gut 5.000 Euro ordentlich in Weihnachtsgeschenke investieren.

Folgende Tabelle zeigt beispielhaft einige Branchen und deren Weihnachtsgeld für Tarifbeschäftigte:

Herstellung von chemischen Erzeugnissen:  4.813 Euro brutto

Finanz- und Versicherungsdienstleistungen: 3.984 Euro brutto

Herstellung von Textilien und Bekleidung: 2.677 Euro brutto

Metallerzeugung- und Verarbeitung: 2.462 Euro brutto

Baubranche: 1.979 Euro brutto

Gastgewerbe: 1.039 Euro brutto

Landwirtschaft: 493 Euro brutto

Eine vollständige Übersicht finden Sie auf der Seite des statistischen Bundesamtes. 

Ost-West-Gefälle bei Weihnachtsgeld

Doch nicht nur die Branche ist entscheidend für die Bonuszahlung am Jahresende. Die Statistiker stellen auch fest, dass es Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland bei der Höhe des zusätzlichen Geldes gibt. Während Tarifbeschäftigte in Westdeutschland durchschnittlich 2.684 Euro brutto erhalten, bekommen Beschäftigte mit Tarifvertrag in Ostdeutschland mit 2.503 Euro gut 180 Euro brutto weniger.