Video soll Grund sein, warum er ins Visier der Justiz geriet

In Türkei aufgehaltener Bundeswehrsoldat ist wieder in Deutschland

Flaggen von Deutschland und der Türkei. Der Deutsche Patrick K. aus Gießen ist in der Türkei zu mehreren Jahren Haft verurteilt worden. Foto: Christian Charisius/Symbol
© deutsche presse agentur

09. August 2019 - 14:45 Uhr

Der offenbar mehrere Tage in der Türkei festgehaltene Soldat ist nach RTL-Informationen inzwischen wieder in Deutschland. Wie der "Hessische Rundfunk" berichtet, war der Grund für seinen unfreiwilligen verlängerten Aufenthalt in der Türkei war wohl ein Video, das er aufnahm.

Video soll Grund für Aufhaltung sein

Der Mann soll privat in der Türkei unterwegs gewesen sein. Auf der großen Istiklal-Einkaufsstraße in Istanbul nahm er dem hessischen Rundfunk zufolge ein Selfie-Video auf. Polzisten hätten ihn dann aufgefordert, das Video zu löschen. Als er sich geweigert habe, sei er zu einer Polizeistation mitgenommen werden.

Wieso das Video den Polizisten missfiel, blieb zunächst unklar. In der Einkaufsstraße sind in regelmäßigen Abständen schwere Polizei- und mitunter Militärfahrzeuge geparkt. Sie zu filmen, ist verboten.

Soldat soll Meldepflicht in der Türkei gehabt haben

Für den Mann war nach dpa-Informationen eine wöchentliche Meldepflicht, aber keine formelle Ausreisesperre angeordnet worden. Er war also auf freiem Fuß. Das Auswärtige Amt hatte am Donnerstag erklärt, dass das Generalkonsulat mit dem Betroffenen in Kontakt sei.

Zuerst hatte die «Oberhessische Presse» über den Fall berichtet. Demnach handelt es sich um einen 21 Jahre alten Soldaten von der Division Schnelle Kräfte am Bundeswehrstandort Stadtallendorf, der privat nach Istanbul gereist war. Der Mann habe keine türkischen Wurzeln.