In Syrien entführte UN-Blauhelme sind frei

Männer sollen in Jordanien eingetroffen sein

Die von syrischen Rebellen festgehaltenen Blauhelm-Soldaten sind offenbar frei. Nach Angaben von oppositionellen Kämpfern sind die 21 vor allem von den Philippinen stammenden Männer in Jordanien eingetroffen. Die Männer hätten wohlbehalten die Grenze überquert, sagte ein Sprecher der Aufständischen, der nach eigener Darstellung die Soldaten begleitete. Ein in Syrien ansässiger Vertreter von UN-Vermittler Lakhdar Brahimi bestätigte die Ankunft der Blauhelme in Jordanien.

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21 vor allem von den Philippinen stammende Blauhelm-Soldaten sind frei.

Die Soldaten waren am Mittwoch in der syrischen Provinz Daraa unweit der von Israel besetzten Golanhöhen verschleppt worden. Sie gehören der Undof-Mission an, die eine syrisch-israelische Waffenruhe in der Region überwacht.

Bereits kurz nach der Entführung war gemeldet worden, die Soldaten könnten bald frei kommen und an Vertreter des Internationalen Roten Kreuzes übergeben werden. Dazu kam es aber nicht.

Entführung von anderen Rebellen kritisiert

Die Entführer hatten vergeblich den Rückzug der Truppen von Präsident Baschar al Assad aus der Region und ein Ende der Luftangriffe gefordert.

Der Fall zeigt, wie uneins die verschiedenen Rebellengruppen in Syrien sind. Jene 'Märtyrer von Jarmuk' waren von den übrigen Mitgliedern der syrischen Oppositionsbewegung für die Entführung scharf kritisiert worden. Viele Revolutionäre forderten die sofortige Freilassung der UN-Soldaten und warfen den Rebellen vor, diese hätten "dem Ansehen unserer Revolution geschadet"

Kontraproduktiv war die Entführung für die Aufständischen auch, weil sie am selben Tag die EU-Staaten um die Lieferung moderner Waffen gebeten hatten.

Der UN-Sicherheitsrat hatte die Entführung auf das Schärfste verurteilt und die sofortige Freilassung der Blauhelmsoldaten gefordert. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) erklärte in Berlin: "Neutrales Personal der Vereinten Nationen darf nicht zum Spielball der Interessen im syrischen Bürgerkrieg werden."