8. Juli 2018 - 20:41 Uhr

In jedem fünften Haushalt gibt es ein Dienstmädchen

Im hochmodernen Inselstaat Singapur leben Menschen wie Sklaven. Das hat RTL-Reporterin Pia Schrörs dokumentiert. Jeder fünfte Haushalt hält sich mindestens ein sogenanntes Dienstmädchen. Diese meist jungen Frauen haben kaum Rechte und werden gehalten wie Leibeigene. Oft kommen sie aus armen Ländern Südostasiens. Vermittlungsagenturen verdienen sich eine goldene Nase mit ihnen.

"Phillippinas sind zwar gut im Haushalt, aber frech"

Showroom
In Agenturen wie dieser zeigen Hilfskräfte, wie gut sie ihren Job beherrschen.

Es ist eine menschliche Tragödie, die sich ungestraft in einem der modernsten Länder der Welt abspielt: Sklaverei. Sie lesen richtig: Sklaverei. Anders kann man es kaum bezeichnen, was tausende junge Frauen in Singapur über sich ergehen lassen. Sie arbeiten als Dienstmädchen, viele Haushalte in dem reichen Land haben eines. Sie werden von Agenturen vermittelt, die sich mit dieser Ausbeutung eine goldene Nase verdienen.

Unsere Reporterin besucht den Showroom einer Vermittlungsagentur für Dienstmädchen, wo Frauen als Kindermädchen, Hilfe im Haushalt oder in der Altenpflege angeboten werden. Die Agenturchefin berät. "Indonesierinnen sind günstiger und fügen sich gut", sagt sie. "Die Phillippinas sind zwar gut im Haushalt, aber frech."

Im Gespräch mit Betroffenen erfährt Pia Schrörs schockierende Einzelheiten. Frauen berichten von Schlägen, sie dürfen sich nicht frei bewegen. Für einen Hungerlohn von 200 bis 450 Euro im Monat arbeiten sie häufig rund um die Uhr. Die ersten acht Monatsgehälter kassieren die Vermittler. Warum die Frauen unter derart erniedrigenden Bedingungen arbeiten, erfahren Sie in unserem Video.