In Serbien werden Neuwahlen erwartet

13. Februar 2016 - 4:30 Uhr

Nach dem Rauswurf des stellvertretenden serbischen Regierungschefs Mladjan Dinkic werden in dem Balkanland vorzeitige Parlamentswahlen erwartet. "Wahlen sind wahrscheinlicher als eine Minderheitsregierung", titelte die Zeitung 'Politika' am Dienstag in Belgrad ihren Bericht über die Kommentare der meisten politischen Analytiker. Schon bei der ersten Parlamentssitzung im März müsse die Regierung mit fehlender Mehrheit rechnen. Die G17-Partei von Dinkic war bisher Juniorpartner in der Koalitionsregierung und Mehrheitsbeschaffer im Parlament.

Unklar blieb, welche Strategie Dinkic und seine G17 einschlagen werden, nachdem sie sich bisher nicht wie erwartet aus der Regierung zurückgezogen hatten. Die DS von Staatschef Boris Tadic als größte Regierungspartei machte dem abgesetzten Dinkic schwere Vorwürfe. Er sei für die hohe Arbeitslosigkeit und die niedrigen Durchschnittseinkommen von 300 Euro verantwortlich. Auch den Verlust von 200.000 Arbeitsplätzen in den letzten beiden Jahren habe Dinkic zu verantworten. Der von der DS gestellte Regierungschef Mirko Cvetkovic hatte am Vortag seinen Stellvertreter Dinkic gefeuert. Dieser hatte zuvor den Ministerpräsidenten wiederholt als unfähig hingestellt. Einige DS-Minister hatte er als «Speichellecker» bezeichnet. Wegen Dinkic warf auch noch eine zweite G17-Ministerin das Handtuch. In zwei Wochen muss die Regierung im Parlament versuchen, eine Mehrheit für eine Regierungsumbildung zu organisieren.