In Ravensburg gibt's keine Müllabfuhr: Warum die Einwohner ihren Müll weit schleppen müssen

19. Juni 2018 - 8:39 Uhr

Mit dem Plastikmüll quer durch Ravensburg

Eigentlich sollte es doch selbstverständlich sein: Der Müll kommt in die Tonne oder den Müllsack – und wird regelmäßig von der Müllabfuhr abgeholt, direkt vor der Haustür. Nicht so in Ravensburg. Die Einwohner müssen ihren gelben Sack dort teils kilometerweit durch die Stadt schleppen. Und an den Sammel-Containern angekommen dann auch noch am "Müll-Inspektor" vorbei.

Eigenverantwortliche Müllabfuhr hat Tradition in Ravensburg

Das stinkt einigen Ravensburgern gewaltig: Jeden Samstag müssen sie mit dem gelben Sack unter dem Arm quer über den Marktplatz, um ihren Plastikmüll loszuwerden. Wer an den Sammelstellen versucht, etwas im Kunststoff-Müll zu entsorgen, was da nicht reingehört, wird freundlich vom Mitarbeiter der Entsorgungsbetriebe auf das Abfall-Fehlverhalten hingewiesen. Ist alles sauber sortiert, gibt's einen neuen Sack für eine neue Woche. Seit 2002 müssen die Ravensburger dieses Spielchen mitmachen.

Warum das Müll-Hickhack?

Die Stadt habe sich bewusst für ein sogenanntes Bring-System entschieden. Das habe den Vorteil, dass die Müllsäcke an den Sammelstellen nochmals kontrolliert werden könnten. Aber eben auch den Nachteil, dass der Aufwand für die Einwohner deutlich höher ist.

Im Video: Unser Reporter kümmert sich um den Müll der Ravensburger

Mittlerweile hat auch der Landkreis ein Einsehen mit den Ravensburgern und entschieden: Ab kommendem Jahr werden die gelben Säcke dann von zu Hause abgeholt. Einen Vorgeschmack auf diese Neuerung gibt jetzt schon einmal unser Reporter: Er greift einigen der Einwohnern unter die Arme, bringt für sie den Plastik-Abfall weg. Wie die Ravensburger darauf reagieren, sehen Sie im Video.