Welpe hat sogar noch Fell

Sensation aus dem Eis: Dieses mumifizierte Wolfsbaby ist 57.000 Jahre alt!

So gut erhalten war ein so altes mumifiziertes Wolfsbaby noch nie.
© Facebook, Government of Yukon

23. Dezember 2020 - 7:23 Uhr

Goldgräber findet Körper in Kanada

Es ist eine Sensation: Nicht nur, weil das in Kanada gefundene mumifizierte Wolfsbaby nach heutigen Erkenntnissen schon 57.000 Jahre alt ist, sondern auch, weil der Forschung noch nie ein so gut erhaltener Körper zu Verfügung stand. Es handelt sich laut Julie Meachen, Paläontologin an der Des Moines Universität im kanadaischen Iowa, um einen weiblichen Welpen, der zum Zeitpunkt des Todes gerade einmal 7 Wochen alt war. "Sie erzählt uns eine Menge", sagte sie gegenüber der Fachzeitschrift "Current Biology".

nahansicht wolf mumie kanada
Die Forscher haben den weiblichen Welpen "Zhur" getauft, das heißt so viel wie Wolf.
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Wolfsmumie heißt jetzt "Zhur"

wolfs mumie
Das Eis hat den Körper des sieben Wochen alten Welpen konserviert.
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Den sensationellen Fund machte ein Goldgräber schon im Jahr 2016 zufällig in Kanada, als er hinter einer Eiswand etwas dunkles entdeckte. Mit einem warmen Wasserstrahl schmolz er das Eis und fand dahinter den Wolfskörper, von dem er vermutlich nicht ahnte, wie alt dieser ist. Inzwischen kümmert sich ein Forscherteam um die Mumie namens Zhur (heißt so viel wie "Wolf"), die nach bisherigen Erkenntnissen 57.000 Jahre alt sein muss. Die Forscher gehen davon aus, dass das Tier in der sogenannten Zwischeneiszeit gelebt hat.

"In Sibirien ist eine solche Konservierung ziemlich häufig, da der Permafrost dort Dinge konserviert, was im Yukon, in Alaska und in anderen Teilen Nordamerikas weitaus seltener vorkommt", sagte Julie Meachen, Paläontologin an der Des Moines Universität.

Es wird angenommen, dass Zhur zu einer Population von Wölfen gehört hat, die genetische Verbindungen zu denen in Alaska und Eurasien haben, also untypisch für die, die heute im kanadischen Yukon existieren. Das deutet darauf hin, dass die ersten grauen Wölfe im Gebiet ausgestorben sind. Tyler Murchie, Paläogenetiker von der McMaster University: "Eine solch außergewöhnliche Erhaltung eines Fleischfressers ist eine einzigartige Möglichkeit, um die Ökosysteme der Eiszeit aus der Sicht eines Raubtiers zu untersuchen. Die alte DNA zeigt wieder einmal, wie viel komplexer Evolutionsgeschichten und Paläontologie sind, als wir es sonst aus Untersuchungen von Knochen und Fossilien ableiten könnten."

Studien von Zhurs Zähnen ergaben, dass sie sich von Fisch aus Flüssen und Bächen ernährt haben muss. Die Forscher glauben auch, dass sie wahrscheinlich bei einem Einsturz der Höhle gestorben ist, dessen eisige Temperaturen zur Erhaltung ihres Körpers beigetragen hat.