Corona-Fälle in norddeutschen Schulen

In Hamburg müssen zwei Schulen komplett schließen - eine Grundschule in Niedersachsen wird kreativ

An der Ida Ehre Schule in Hamburg Harvestehude startet wieder der Unterricht.
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23. November 2020 - 16:58 Uhr

Fast 100 infizierte Schüler an Hamburger Schulen

Gleich zwei Schulen haben in Hamburg-Veddel coronabedingt ganz geschlossen. Fast 100 Covid19-Infektionen konnten hier nachgewiesen werden. Die Ida Ehre Schule in Hamburg-Harvestehude öffnet dagegen wieder nach 14-tägigem Lockdown. In Niedersachsen werden jetzt Co2-Messgeräte im Unterricht getestet.

Rückkehr nach Schulschließung

Nicole Boutez / Schulleiterin Ida Ehre Schule
Nicole Boutez ist Schulleiterin an der Ida Ehre Schule.
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An der Ida Ehre Schule in Hamburg-Harvestehude kehrten die Schüler nach 14-tägiger Schließung zurück in den Präsenzunterricht. Anfang November gab es hier über 55 positiv getestete Schüler und Lehrer.

Schulleiterin Nicole Boutez haben diese Zahlen überrascht: "Viele der positiv getesteten Kinder haben keine Symptome gezeigt. Deswegen ist es jetzt umso wichtiger, sehr streng auf die Hygieneregeln zu achten und diese zu verinnerlichen".

Schulklassen als Superspreader?

Die Lehrergewerkschaft GEW kritisiert die Öffnung der Schule und fordert, generell auf Halbgruppenunterricht umzustellen. "Schulklassen sind Superspreading-Events mit 25 Haushalten auf engem Raum", argumentiert Gewerkschaftlerin Karin Ehlers.

Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe verweist hingegen auf eine Studie, wonach sich nur 20 Prozent der positiv getesteten Schüler im Unterricht infiziert hätten.

Politik zu langsam – Eltern handeln

Mit einem CO2-Messgerät wird die Luftqualität im Klassenraum gemessen.
Mit einem CO2-Messgerät wird die Luftqualität im Klassenraum gemessen.
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Selbst aktiv geworden sind die Eltern und Schüler der Grundschule im niedersächsischen Wienhausen. Auf Initiative des Schulvereins wurden CO2 Messgeräte angeschafft, mit denen seit Anfang November die Luftqualität in den Klassenräumen überwacht wird. "Das piept nur kurz und dann wissen wir, dass die Fenster aufgemacht werden müssen", erzählt der zehnjährige Paul aus dem Schulalltag.

Angeschafft wurden die Geräte vom Schulverein, finanziert aus Spenden. "Als wir nach den Herbstferien gesehen haben, dass die Infektionszahlen stiegen und die Kinder weiter ohne Abstand und in voller Klassenstärke im Unterricht sitzen werden, mussten wir handeln", erzählt die Schulvereinsvorsitzende Katharina Liebe.

Mittlerweile können Schulen beim Land Niedersachsen Geld für die Anschaffung solcher CO2-Messgeräte beantragen.Die Messgeräte sehen Schüler, Eltern und Lehrer aber nur als Ergänzung zum Hygienekonzept des Kultusministeriums. "Aber alles, was auch nur ein bisschen hilft, das Risiko zu senken, ist ja im Augenblick Recht", meint Katharina Liebe.

Über Unterrichtskonzepte in der Corona-Zeit wollen auch die Ministerpräsidenten am Mittwoch mit der Kanzlerin sprechen.