Neuer Friedhofs-Trend

In Hamburg können Menschen und Tiere gemeinsam bestattet werden

Friedhof für Mensch und Tier
© dpa, Thomas Frey

03. März 2020 - 15:46 Uhr

Frauchen und Herrchen ruhen neben Haustier

Nie mehr getrennt von Mieze oder Waldi: Auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg können sich Menschen und Haustiere jetzt gemeinsam beisetzen lassen. Eingeäscherte Hunde, Katzen oder auch Fische dürften dort als Grabbeigabe zusammen mit Herrchen oder Frauchen unter die Erde. Ob der Vierbeiner mit ins Grab soll, darüber wird seit Jahren hitzig diskutiert.

Unzertrennlich bis in den Tod

Tiere gelten als treue Weggefährten des Menschen. Besonders im Alter, wenn das persönliche Umfeld schrumpft, kann das Haustier zu einem wichtigen Bestandteil des Lebens werden. "Haustiere werden vielfach als Familienmitglied empfunden und bedeuten, besonders nach dem Verlust eines Lebenspartners oder einer -partnerin, eine wichtige seelische Stütze", erklärt der Geschäftsführer der Hamburger Friedhöfe, Carsten Helberg.

Mensch-Tier-Beerdigung: Gesetzliche Grundlage

Vielen Menschen ist ihr Haustier so ans Herz gewachsen, dass sie auch nach dem Tod mit ihm verbunden bleiben möchten. Immer öfter äußern Menschen den Wunsch, sich gemeinsam mit dem Haustier bestatten zu lassen.

Rechtlich ist dies nicht verboten. Laut deutschem Bestattungsrecht gelten Tiere als "Grabbeigabe". Doch auf den meisten Friedhöfen in Deutschland ist eine gemeinsame Bestattung verboten. Dies liegt daran, dass dies in der Regel in den jeweiligen Friedhofssatzungen der Kommunen nicht vorgesehen ist.

Neues Friedhofskonzept eröffnet neue Wege

Hamburg hat Ende 2019 die Satzung entsprechend geändert, sodass jetzt im Ohlsdorfer Friedhof Menschen gemeinsam mit ihrem Hund, der Katze oder dem Vogel beigesetzt werden. Auch die Beisetzung von größeren Haustieren wie Pferden schließt die Friedhofsatzung nicht aus. Eine gleichzeitige Beisetzung ist dafür nicht notwendig.

Einzige Bedingung: Die Tiere müssen vor der Beisetzung in einem Tierkrematorium eingeäschert werden. Die Grabgebühren entsprächen der üblichen Höhe und seien für 25 Jahre im Voraus zu entrichten.

Auf den Grabsteinen könne das Tier dann mit Namen und einem Symbol verewigt werden. Rehkopf fügte jedoch hinzu: "Wir habe die Regel, dass der Mensch Vorrang vor dem Tier hat." Grabsteine und Bepflanzung für Tiere dürften darum nicht größer als die für Menschen sein. Der Ohlsdorfer Friedhof ist nach eigenen Angaben mit knapp 390 Hektar der größte Parkfriedhof der Welt.

Mehrere Städte erlauben Mensch-Tier-Bestattung

Hamburg ist nicht die erste Stadt mit einem Friedhof dieser Art. In Deutschland gibt es bereits mehrere Möglichkeiten für eine Mensch-Tier-Bestattungen – darunter Essen, Duisburg und Paderborn.

Rund die Hälfte der deutschen Bundesbürger befürwortet ein gemeinsames Grab für Mensch und Tier, so das Ergebnis einer Emnid-Umfrage. Besonders jüngere Menschen gehören mit 69 Prozent zu den Befürwortern. 72 Prozent der älteren Befragten ab 60 Jahren würden eine gemeinsame Bestattung mit dem Haustier dagegen ablehnen.