In Griechenland zur Adoption freigegeben: Hakan Tankar hat seinen Sohn noch nie gesehen

04. Juli 2018 - 14:25 Uhr

Hakan Tankar hat nur ein Ultraschallbild des Kindes

Hakan Tankar hat nur ein Ziel: Er möchte seinen Sohn großziehen. Seit zwei Jahren kämpft er dafür, aber alles, was er bisher von dem Kind gesehen hat, ist ein Ultraschallbild. Der Zweijährige wächst in Griechenland bei einer Pflegefamilie auf, die Hakan jeden Kontakt zu dem Kind verweigert. Doch das hält den Mann nicht davon ab, weiterzukämpfen. "Das bin ich meinem Sohn schuldig", erklärt er.

Mutter gab das Kind in Griechenland zur Adoption frei

Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Dass sein Leben in diesem Albtraum enden könnte, hätte sich Hakan niemals vorstellen können. Denn zusammen mit seiner Freundin hatte er große Pläne. Sie wollten eine Familie gründen und freuten sich auf das gemeinsame Kind. Doch dann trennten sich die beiden. Die Schwangere reiste nach Griechenland und brachte dort den kleinen Jungen zur Welt.

Weil sie das Kind nicht wollte, gab sie es zur Adoption frei. Für Hakan brach in dem Moment eine Welt zusammen. "Das war wie ein Fremdkörper, wie ein schwarzer Punkt auf dem weißen Papier, zu hören, dass sie das Kind, also meinen Sohn – unseren gemeinsamen Sohn – in Griechenland zur Adoption freigegeben hätte", erzählt der verzweifelte Vater.

"Wer ein Kind zeugt, muss auch die Verantwortung übernehmen"

Die Adoption konnte Hakan mithilfe einer Anwältin in letzter Minute verhindern. Trotzdem hat er das Kind noch nie gesehen. Im Video erklärt er, was er bis jetzt alles durchgemacht hat und welche Hürden er noch nehmen muss, bevor er sein Kind hoffentlich irgendwann nach Deutschland holen kann.

Doch selbst wenn das Unmögliche gelingt und Hakan und sein Sohn endlich vereint sind, steht den beiden noch ein langer Weg bevor. Der eigene Vater ist für den Jungen ein fremder Mann. Aufgeben kommt für Hakan nicht infrage: "Wer ein Kind zeugt – und das war geplant – der hat auch die Verantwortung dafür zu übernehmen".