In Dresden entsteht Leitstelle für "Intelligente Autobahn"

Andreas Scheuer (CSU), Bundesverkehrsminister. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
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09. Juli 2020 - 18:21 Uhr

Dutzende Bildschirme, über die Aufnahmen von Autos und Tunnelbilder flimmern: In Dresdens bisheriger Tunnelleitstelle entsteht derzeit eine von bundesweit zwei Schaltzentralen für die "intelligente Autobahn". Ab Anfang des nächsten Jahres soll ein bundesweit elektronisches Leitsystem auf Deutschlands Autobahnen für weniger Staus und mehr Sicherheit sorgen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sprach am Donnerstag in der sächsischen Landeshauptstadt von einem "Schlüsselprojekt" für die größte Reform in der Geschichte der Autobahn und einem "stabilen Rückgrat" des deutschen Autobahnnetzes.

Anfang 2021 startet die neue Autobahngesellschaft des Bundes - dann soll auch das neue Leitstellensystem greifen. Gemeinsam mit einer Zentrale (Network Operation Center) in Frankfurt am Main sollen 189 Autobahnmeistereien, und jeweils rund 40 Verkehrsleitzentralen und Außenstellen digital miteinander vernetzt werden.

In Dresden werden 34 Mitarbeiter beschäftigt, in Frankfurt am Main 12 Fachkräfte. Entwickelt wird das elektronische Leitnetz vom sächsischen Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) sprach von einer langen Vorarbeit, Sachsen sei beim Thema Digitalisierung ganz vorn dabei.

Grundlage ist ein bundesweites Glasfasernetz, das enorme Mengen von Daten gleichzeitig übertragen kann. "Dann werden wir erstmals bundesweit Datenkabel haben, die neben den 13.000 Kilometern Autobahn verbaut und miteinander verbunden sind", so Bundesverkehrsminister Scheuer. Das Netz soll ab Ende September betriebsbereit sein und am 1. Januar 2021 offiziell an den Start gehen. Rund 35 Millionen Euro fließen in den Aufbau.

Damit soll der Verkehr künftig über Landesgrenzen hinaus aus einer Hand gesteuert werden - und etwa Autofahrer bei Unfällen oder Staus frühzeitig umgeleitet werden können. Das bedeute mehr Sicherheit und weniger Zeitverlust für Autofahrer, hieß es. Fallen in einer Niederlassung die Verbindungen etwa zu einer Tunnelleitstelle aus, können die Verkehrsdaten künftig auch umgeleitet werden.

Quelle: DPA