Yves Rausch hat abgeschottete Hütte im Wald

So lebt der Schwarzwald-Rambo

15. Juli 2020 - 9:45 Uhr

Oppenau: Spezialkräfte jagen 31-Jährigen

Yves Etienne Rausch hat am Sonntagvormittag in Oppenau (Schwarzwald) mehrere Polizisten, bedroht und entwaffnet. Seitdem ist er auf der Flucht und wir per Haftbefehl gesucht. Gefährlich: Neben Pistolen ist der obdachlose 31-Jährige laut den Ermittlern noch mit Pfeil und Bogen sowie Messern ausgestattet. Der Schwarzwald-Rambo führt offenbar ein anonymes Leben und wohnt in einer abgeschotteten Hütte im Wald, wie unsere RTL-Reporter vor Ort erfuhren.

Yves Rausch: Wegen Mietschulden aus der letzten Wohnung geflogen

Vorher wohnte Yves Rausch laut seinem ehemaligen Vermieter fünf Jahre lang in einer Wohnung im Dachgeschoss eines Oppenauer Gasthauses, Ende 2019 flog er wegen Mietschulden raus.

Seine aktuelle Unterkunft, eine dunkelrote Holzhütte am oberen Rand des Kapellenweges, ist wegen des vielen Dickichts nur schwer zu finden. Wild wachsende Sträucher und Unkraut sorgen für zusätzliche Anonymität. Den perfekten Ausblick auf das knapp 5.000 Einwohner kleine Dörfchen hat Rausch aus einem Garten trotzdem.

Die Hütte des Schwarzwald-Rambos

In seinem Vorgarten sammelt sich der Müll: Paletten, Plastikplanen, Gemälde und Bücher wurden achtlos übereinandergestapelt, daneben steht ein weißer Gartenstuhl. Zwischen den Planen ist ein weißer Eimer zu sehen, der laut der Etikettierung entzündliche Gase enthält. Wofür braucht Yves Rausch dieses Mittel?

Auffällig: In Rauschs Wohnung stehen mehrere Säcke Holzkohle.

So lebte Yves Rausch vor seiner Flucht

Im Inneren seiner Holzhütte angekommen, kann man sich kaum vorstellen, dass hier bis vor kurzem jemand gewohnt hat: Alles ist durcheinander, der große Holztisch halb umgekippt, darunter sammeln sich Kissen, Decken und andere Habseligkeiten des Schwarzwald-Rambos.

Auch die Küchenzeile ist durchwüstet, Schubladen stehen auf oder wurden teilweise ganz aus dem Regal genommen. Spülmittel, Kuchenformen und Zigarettenfilter stapeln sich. Einzig die Bratpfannen, die an der linken Wand hängen, scheinen ihren gewohnten Platz zu haben.

Vor einem offenen Fenster hat Rausch eine Wäscheleine gespannt, seine frisch gewaschenen Pullover und T-Shirts hängen trotz seiner Flucht noch in der Hütte.

Keine Hinweise auf politische Verstrickung oder Mittäter

Spezialkräfte jagen den Schwarzwald-Rambo.
Spezialkräfte jagen seit Sonntagvormittag den Schwarzwald-Rambo.
© dpa, Sven Kohls, bsc

Seit Sonntag sucht die Polizei nun schon mit einem Großaufgebot von mehreren hundert Einsatzkräften in den Waldgebieten von Oppenau nach dem sogenannten Schwarzwald-Rambo. Weil Rausch am Samstag (11. Juli) gegen 11:50 Uhr im Bereich der "Kleinebene" von Zeugen gesehen wurde, geht die Polizei davon aus, dass sich der 31-Jährige in dem unwegsamen Gelände rund um Oppenau sicher bewegt und sehr gut auskennt.

Hinweise auf eine politische Verstrickung oder Helfer des Mannes gibt es laut Polizeiinformationen derzeit nicht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Tatverdachts der besonders schweren räuberischen Erpressung gegen den flüchtigen Schwarzwald-Rambo, außerdem wurde ein Haftbefehl erlassen.