Variante ist eine Kombi-Mutation

Corona-Mutation aus Bristol als "besorgniserregend" eingestuft

Wissenschaftler haben die neue Corona-Mutation aus Bristol als "besorgniserregend" eingestuft
Wissenschaftler haben die neue Corona-Mutation aus Bristol als "besorgniserregend" eingestuft
© dpa, Sebastian Gollnow, scg bwe wst

11. Februar 2021 - 9:31 Uhr

Variante ist eine mutierte Mutation

Das britische Gesundheitsministerium hat die neue Variante des Coronavirus als "besorgniserregend" eingestuft. Wissenschaftler hatten die Mutation zuerst in Bristol identifiziert. Sie soll der Variante aus Südafrika sehr ähnlich sein. Trotzdem sollten wir nicht in Panik verfallen, mahnt Arzt und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht.

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Mutante als "besorgniserregend" eingestuft

Die Mutation ist eine veränderte Form der Coronavirus-Variante B.1.1.7 und weist Ähnlichkeit mit der aus Südafrika bekannten Variante auf. Das Gesundheitsamt in London teilte mit, dass die Mutante von Forschern als "Variant of Concern", also als "besorgniserregende Variante" eingestuft wurde. Auch in Liverpool wurde eine weitere, ähnliche Variante festgestellt. Diese wurde von den Wissenschaftlern zunächst nur als "zu beobachtende" Variante eingestuft. Beide Mutanten zusammen wurden in Großbritannien bisher in 76 Fällen nachgewiesen.

"Veränderungen von Viren sind normal"

Dass Mutationen aus vielen kleinen Veränderungen bestehen, ist völlig normal, sagt Arzt und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht. "Wenn sich Viren vermehren, treten zufällige Veränderungen auf." So ist es auch bei der Mutante passiert, die erstmals in Bristol entdeckt wurde. Aus der Coronavirus-Variante B.1.1.7 ist die Teilmutation E484K entstanden. Quasi eine mutierte Mutation. Diese Veränderung kennen Wissenschaftler schon von der südafrikanischen und der brasilianischen Variante.

"Manche Veränderungen sind positiv für das Virus", erklärt Specht. "Weil sie dafür sorgen, dass die neue Variante dem Immunsystem besser ausweichen kann." Für uns ist das negativ. Denn so kann die neue Variante der Impfung und den Antikörpern, die man möglicherweise nach einer bereits durchgemachten Infektion hat, mehr aus dem Weg gehen. Heißt: sie ist infektiöser, verbreitet sich dadurch schneller.

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Impfstoffe trotzdem wirksam

Trotzdem sollte uns das nicht in Panik versetzen, betont Specht. Denn mutierte Mutationen sind nicht automatisch gefährlicher, wir haben dadurch nicht automatisch einen schwereren Krankheitsverlauf. Zwar könne man sagen, dass die Impfstoffe es dadurch schwerer haben, so Specht, aber "die Impfstoffe wirken immer noch so gut, dass sie das Wesentliche verhindern: einen schweren Verlauf und den Tod." Es werden auch in Zukunft weitere Mutationen und Teilmutationen auftreten, so der Medizinexperte. Die Impfstoffe, an denen jetzt geforscht wird, würden diese Varianten berücksichtigen können.

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