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"In allen Städten möglich" - Polizei erwartet mehr Hooligan-Gewalt

"In allen Städten möglich" - Polizei erwartet mehr Hooligan-Gewalt

'HoGeSa' meldet weitere Kundgebungen in Hamburg und Berlin an

Nach den Krawallen von Hooligans und Rechtsextremisten in Köln rechnet die Deutsche Polizeigewerkschaft mit weiteren gewalttätigen Auseinandersetzungen. "Das wird zunehmen", sagte der Bundesvorsitzende Rainer Wendt. "Das bleibt keinesfalls in Berlin, Hamburg, Köln. Das ist in allen Städten möglich." Innenminister Thomas de Maizière (CDU) will sich das nicht bieten lassen, fordert eine "klare Justiz".

Polizei erwartet mehr Hooligan-Gewalt
Vermummte Hooligans setzen sich am Sonntag in Köln gegen die Polizei zur Wehr.
REUTERS, WOLFGANG RATTAY

Das Polizeikonzept sei in Köln zwar aufgegangen, sagte Wendt. Er forderte aber mehr Geld und Personal für die Sicherheitsbehörden. Auch Angehörige der Rockerszene hätten sich an den Kölner Krawallen beteiligt. "Das ist eine unselige Melange aus drei Gruppen, die teils aus den gleichen Personen bestehen", sagte Wendt. Damit wollten gewaltbereite Fußballfans und Rocker die eigene Anhängerschaft mobilisieren und "aus der gesellschaftlichen Isolation rauskommen". "Die meisten sind aber nur auf Krawall gebürstet und alkoholisiert."

De Maizière sieht nach den Krawallen keine Notwendigkeit für neue Gesetze. Er sehe aber gute Möglichkeiten, dass solche Demonstrationen künftig von den Verwaltungsbehörden und den Gerichten untersagt würden, sagte der Minister der ARD. "Wenn von vornherein klar ist, dass hier die Gewaltanwendung im Mittelpunkt steht und eigentlich die Politik nur ein Vehikel ist, um eine Massenschlägerei anzuzetteln, das übrigens mit Alkohol verbunden, dann sehe ich gute Chancen, dass die Verwaltungsbehörde ein Verbot ausspricht und dass das auch vor Gericht hält."

Indes will die gewaltsame Gruppe 'Hooligans gegen Salafisten' (HoGeSa) auch in Hamburg und Berlin auf die Straße gehen. Für den 15. November seien Kundgebungen gegen den islamistischen Terror angemeldet worden, sagte ein Polizeisprecher. Bei der Demonstration in Hamburg rechne der Anmelder mit 500 Teilnehmern, heißt es weiter. In Berlin wurden rund 1.000 Teilnehmer für eine Demonstration am Brandenburger Tor angemeldet. "Der Rechtsstaat muss alle Mittel ausschöpfen, damit sich die neue Dimension von Straßenmilitanz, die wir in Köln erlebt haben, nicht wiederholt", sagte Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU). Gewaltbereiten Gruppierungen dürfe nicht tatenlos die Straße überlassen werden.

Maaßen: Gewalt um IS kann sich in Deutschland aufschaukeln

Der Verfassungsschutz warnt auch angesichts der Krawalle von Hooligans und Rechtsextremisten in Köln vor einer Eskalation der Gewalt bei Protesten gegen Islamisten. "Es besteht Anlass zur Sorge, dass sich die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Extremisten auf unseren Straßen weiter aufschaukeln", sagte der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen. "Der Konflikt in Syrien und dem Irak spiegelt sich auch in Deutschland wider."

Etwa 4.800 gewaltbereite Fans und Rechtsextremisten hatten sich am Sonntag in Köln Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Diese zählte 49 verletzte Beamte. Die nordrhein-westfälische Landesregierung teilte mit, dass sie ähnliche Treffen künftig gerichtlich verbieten lassen will.