In Abu-Walaa-Prozess steht Urteil gegen Mitangeklagten bevor

Der Angeklagte Abu Walaa, mutmaßlicher Anführer der Terrormiliz IS in Deutschland, im OLG Celle. Foto: Ole Spata/dpa/Archivbild
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16. April 2020 - 18:20 Uhr

Im Prozess gegen den mutmaßlichen Deutschlandchef der Terrormiliz Islamischer Staat, Abu Walaa, ist das Verfahren gegen einen geständigen Mitangeklagten abgetrennt worden. Die Plädoyers sollen am kommenden Mittwoch gehalten werden, das Urteil ist für den 29. April vorgesehen, wie das Oberlandesgericht Celle am Donnerstag mitteilte. Dem 30-Jährigen wird vorgeworfen, als Teil eines Netzwerks die Miliz unterstützt zu haben, zur Terrorismusfinanzierung beigetragen sowie Beihilfe zur Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat geleistet zu haben. (Az.: StB 6/20)

Der Iraker Abu Walaa und vier Mitangeklagte müssen sich in Celle seit September 2017 wegen Unterstützung und Mitgliedschaft in der Terrormiliz IS verantworten. Sie sollen junge Menschen insbesondere im Ruhrgebiet und im Raum Hildesheim radikalisiert und in die IS-Kampfgebiete geschickt haben.

Der Mitangeklagte hatte in einem überraschenden Geständnis Abu Walaa im Februar schwer belastet. Der Prediger habe einen direkten Draht zum IS gehabt und die Ausreise radikalisierter junger Leute aus Deutschland in von der Miliz kontrollierte Gebiete gefördert. Der Mitangeklagte erklärte, er selbst habe sich während der mehr als dreijährigen Untersuchungshaft vom militanten Islamismus abgewendet. Ihm droht wegen der Unterstützung einer Terrororganisation eine Haftstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Nach seinem Geständnis war er bereits aus der U-Haft entlassen worden.

Der Prozess gegen Abu Walaa und die übrigen drei Mitangeklagten wird voraussichtlich noch eine Weile dauern, da die Verteidiger der vier weitere umfangreiche Beweisanträge angekündigt haben, teilte das Gericht mit.

Quelle: DPA