Das denken die Deutschen über die Lockdown-Verlängerung

Forsa-Umfrage: Mehrheit glaubt nicht an Erfolg der neuen Corona-Maßnahmen

Die Menschen in Deutschland müssen wegen der Corona-Pandemie bis Ende Januar mit noch schärferen Einschränkungen leben.
Die Menschen in Deutschland müssen wegen der Corona-Pandemie bis Ende Januar mit noch schärferen Einschränkungen leben.
© dpa, Kira Hofmann, kir htf abl

08. Januar 2021 - 9:19 Uhr

Aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL

Die Menschen in Deutschland müssen wegen der Corona-Pandemie bis Ende Januar mit noch schärferen Einschränkungen leben. Kontakte sollen drastisch eingeschränkt werden. Für stark betroffene Regionen wird sogar ein Bewegungsradius von 15 Kilometern um den Wohnort festgelegt. In einer Blitz-Umfrage von Forsa für RTL und ntv hält eine knappe Mehrheit (54 Prozent) die am Dienstag von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen für angemessen. Etwa genauso viele sind aber der Meinung, dass die Maßnahmen nicht die erhoffte Wirkung zeigen werden.

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Mehrheit der Deutschen befürwortet Schulschließungen

32 Prozent glauben, dass es mithilfe der Maßnahmen gelingen wird, die Infektionszahlen deutlich zu reduzieren, 55 Prozent glauben das hingegen nicht. Dennoch wollen sich mehr als zwei Drittel im Alltag an die beschlossenen Maßnahmen halten. 19 Prozent wollen das nicht immer tun, die meisten davon sind Anhänger der AfD. Rund jedem Fünften gehen die neuen Einschränkungen zu weit.

Dass Schulen und Kindertagesstätten bis mindestens Ende Januar weiter überwiegend geschlossen bleiben, findet eine große Mehrheit von 69 Prozent der Bundesbürger richtig. 27 Prozent finden das nicht richtig. Auch von den Eltern befürwortet eine große Mehrheit (65 %) diese Maßnahme.

Impfbereitschaft der Deutschen steigt

Beim Thema Impfen sind die Meinungen der Bürgerinnen und Bürger nach wie vor geteilt. So wollen sich aktuell 57 Prozent gegen das Coronavirus impfen lassen, sobald sie die Möglichkeit dazu haben. Im Dezember waren es noch 47 Prozent. Ein Drittel der Befragten wollen erst einmal abwarten. Neun Prozent wollen sich gar nicht impfen lassen.

Wenig verändert haben sich die Haltungen der Menschen im Hinblick auf eine mögliche Impfflicht. 72 Prozent (gegenüber 70 Prozent im Dezember) sind der Meinung, dass die Impfung gegen Corona freiwillig sein sollte. Ein Drittel meinen, dass es eine Impfpflicht für alle Bürger geben sollte, bei denen keine gesundheitlichen Gründe dagegen sprechen.

EU und Spahn schuld an der schlechten Impf-Lage in Deutschland

Zur Impfstrategie der Bundesregierung äußern sich viele Befragte kritisch. 42 Prozent meinen, dass es hierbei gravierende Versäumnisse gab. 45 Prozent der Bundesbürger haben den Eindruck, dass unter den gegebenen Umständen das Bestmögliche getan wurde, um die Menschen ausreichend mit Impfstoff zu versorgen.

Jeder Zehnte Befragte gibt die Schuld an der aktuellen Impf-Lage der Europäischen Union. Neun Prozent der Befragten nennen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn als Sündenbock, sechs Prozent geben Kanzlerin Angela Merkel die Schuld und 19 Prozent der Befragten machen alle gleichermaßen für die Versäumnisse verantwortlich.

Forsa-Umfrage für RTL und ntv: Weitere Ergebnisse im Überblick

  • Während 45 Prozent der Bundesbürger meinen, dass bei der Impfstoffbeschaffung das Bestmögliche getan wurde, sind mit 22 Prozent deutlich weniger der Meinung, dass die Corona-Impfung in den einzelnen Bundesländern gut anläuft.
  • Lediglich ein Viertel der Bundesbürger (25 %) stimmt der Forderung nach einem Untersuchungsausschuss zum Thema Impfstoffbeschaffung zu. 62 Prozent lehnen dies ab.
  • 27 Prozent der Bundesbürger sprechen sich für eine Verschiebung der Bundestagswahl aus, sollte die Corona-Pandemie auch im Sommer noch auf hohem Niveau anhalten. 68 Prozent meinen dagegen, die Bundestagswahl solle auf jeden Fall wie geplant Ende September stattfinden.

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