Rotes Kreuz hatte Termin nicht auf dem Schirm

Impf-Panne im Pflegeheim: Ärztin da, aber vom Impfstoff keine Spur

100 Impfungen waren für den Tag eigentlich geplant. (Symbolbild)
100 Impfungen waren für den Tag eigentlich geplant. (Symbolbild)
© dpa, Fabrizio Bensch, mma cul

14. Januar 2021 - 18:59 Uhr

DRK lieferte keinen Impfstoff

Endlich sollten sie vor dem Coronavirus geschützt werden: Bewohner eines Pflegeheims in Lommatzsch (Sachsen) warteten am Montag auf ihre Impfung – aber statt der Spritze gab es eine unangenehme Panne. Denn das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hatte zwar eine Ärztin bestellt, aber keinen Impfstoff geliefert.

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Ärztin konnte im Pflegeheim Lommatzsch nicht impfen

Dr. Kerstin Smith (53) wollte impfen, musste aber unverrichteter Dinge wieder abreisen.
Dr. Kerstin Smith (53) wollte impfen, musste aber unverrichteter Dinge wieder abreisen.
© Sächsische Landesärztekammer/Netzwerk Ärzte für Sachsen

Internistin Dr. Kerstin Smith (53) sollte Bewohner des Pflegeheims in der Carl-Menzel-Straße impfen, war deshalb morgens mit ihrer Sprechstundenhilfe ins Pflegeheim geeilt. 100 Impfungen waren für den Tag eigentlich geplant, wie die "Sächsische Zeitung" berichtet. Doch die Ärztin musste unverrichteter Dinge wieder abreisen. Der Grund war eine Kommunikationspanne beim DRK.

Rotes Kreuz Sachsen gesteht Fehler ein

"Das nehmen wir auf unsere Kappe", erklärt Dr. Kai Kranich vom DRK-Landesverband Sachsen gegenüber RTL. Man stimme mit der Kassenärztlichen Vereinigung die jeweiligen Impf-Termine für die Ärzte ab.

In diesem Fall sei ein bereits bestätigter Termin allerdings noch als Terminanfrage vermerkt gewesen, erklärt Kranich. Und so schickte die Kassenärztlichen Vereinigung zwar wie vereinbart Dr. Smith zum Pflegeheim, das DRK aber nicht die benötigten 100 Impfdosen.

Das Pflegeheim Lommatzsch wollte sich auf RTL-Anfrage nicht zu dem Thema äußern.

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Impfung wird im Januar nachgeholt

Die Impfung soll nun schnell nachgeholt werden. "Noch im Januar", verspricht Kranich. In der nächsten Zeit sollen in Sachsen rund 3.000 Impfungen pro Tag mit DRK-Unterstützung durchgeführt werden – in Impfzentren und durch mobile Teams.

Sachsen schwer von Corona-Pandemie betroffen

Sachsen gehört zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Bundesländern. Ein Krematorium in Meißen sorgte für Schlagzeilen, weil sich dort die Särge stapeln. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) wurden im Freistaat bislang mehr 161.352 Corona-Infektionen nachgewiesen, 4.583 Menschen starben mit oder an dem Virus. In den vergangenen sieben Tagen wurden 292 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet (Stand: 14. Januar 2021, 0 Uhr).