Immer wieder Lastwagen als tödliche Waffe: Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt

21. Dezember 2016 - 12:25 Uhr

Parallelen zum Attentat in Nizza: "Gleicher Hass auf glückliche Menschen"

Bei einem Lkw, der in eine Menschenmenge rast, haben viele sofort die Bilder vom Attentat an der Côte d'Azur im Kopf. Auch der Bürgermeister von Nizza hat den mutmaßlichen Terroranschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt mit der Todesfahrt eines Lkw-Fahrers in Südfrankreich verglichen. "Gleiche Vorgehensweise. Gleiche blinde Gewalt. Gleicher Hass auf glückliche Menschen", schrieb Philippe Pradal von der republikanischen Partei in der Nacht zum Dienstag auf Twitter. Ein Tunesier hatte am französischen Nationalfeiertag, dem 14. Juli, einen Lastwagen in eine Menschenmenge auf der Strandpromenade von Nizza gelenkt und 84 Menschen getötet. Am Montagabend war in Berlin ein Mann mit einem Lkw auf einen Weihnachtsmarkt gerast. Zwölf Menschen starben. Die Polizei vermutet einen Terroranschlag.

An der Côte d’Azur spielten sich im Sommer ähnliche Szenen ab

Lastwagen als Waffe: Diese perfide Methode, um möglichst viele Unschuldige umzubringen, wurde also nicht zu erstem Mal angewandt. Ähnliche Szenen spielten sich auch in Nizza am Abend des französischen Nationalfeiertags Mitte Juli: Es herrschte eine Massenpanik in der Innenstadt. Tausende Franzosen und Touristen aus aller Welt versuchen, sich in Sicherheit zu bringen. Sie alle hatten sich an der Strandpromenade versammelt, um das alljährliche Feuerwerk zu bestaunen.

Kurz vor elf Uhr am Abend war ein 31-jähriger Tunesier mit einem Lkw durch die Zuschauermenge an die Promenade gerast, offensichtlich mit dem Ziel, möglichst viele Menschen zu töten. Nach wenigen Minuten gelang es den Sicherheitskräften den Wagen zu stoppen. Der Attentäter wurde in seinem Führerhaus erschossen, der Lastwagen war von Schüssen durchsiebt. Die Tat löste weltweit Fassungslosigkeit aus - 86 Menschen aus 21 Nationen verloren in dieser Nacht ihr Leben. 300 weitere Opfer wurden zum Teil schwer verletzt.

Die Ermittlungen der französischen Polizei ergaben, dass der Attentäter den LKW einige Tage zuvor in der Nähe von Nizza angemietet hatte. Zudem stellte sich heraus, dass sich der Tunesier kurz vor der Tat radikalisiert haben muss. Zwei Tage nach dem Anschlag bekannten sich die Terroristen des sogenannten Islamischen Staates (IS) zu dem Attentat. 

Berliner Polizei spricht von "vermutlich terroristischem Anschlag"

Nach der Todesfahrt eines Lkw auf einen Berliner Weihnachtsmarkt spricht die Polizei nun ebenfalls erstmals von dem Verdacht auf einen Terroranschlag. "Alle polizeilichen Maßnahmen zu dem vermutlich terroristischen Anschlag am Breitscheidplatz laufen mit Hochdruck und der nötigen Sorgfalt", twitterte die Polizei am frühen Dienstagmorgen. Die Ermittler gehen davon aus, dass auch der Lkw in Berlin vorsätzlich auf einen Weihnachtsmarkt gesteuert wurde.