2019 M01 15 - 18:17 Uhr

Balderschwang wieder erreichbar

In den letzten zwei Wochen sind gewaltige Schneemassen in den Alpen gefallen. Aber nun klingen die Schneefälle ab. Die Gefahr von Lawinen besteht allerdings weiterhin: Am Dienstag herrscht verbreitet Lawinenwarnstufe 4 (von 5), unterhalb der Waldgrenze Stufe 3. Außerhalb der gesicherten Pisten bleibt es sehr gefährlich!

Das bessere Wetter erlaubt nun Lawinensprengungen. Danach dürften viele Straßensperren aufgehoben werden. So rechnet die Gemeinde Lech am Arlberg mit einer Aufhebung der Straßensperre spätestens am Abend. 5.000 Gäste sind derzeit nach Angaben des Tourismusbüros im Ort. Am Montag waren in ganz Österreich noch mehr als 180 Straßen gesperrt. Im Bundesland Salzburg waren durch neue Straßensperren am Montagabend mehr als 41.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Ebenfalls betroffen war der bei Skitouristen beliebte Urlaubsort Saalbach-Hinterglemm.

Nach dem Schneechaos der vergangenen Tage ist auch der bayerische Wintersportort Balderschwang wieder erreichbar. Die Verbindungsstraße zwischen der Gemeinde im Allgäu und dem österreichischen Hittisau ist seit Dienstagmittag wieder befahrbar, teilte eine Sprecherin des Landratsamtes Oberallgäu in Sonthofen mit. Der Riedbergpass, über den Balderschwang normalerweise von Deutschland aus erreichbar ist, bleibe voraussichtlich bis Mittwochmorgen gesperrt. Die Straße zwischen Hittisau und Balderschwang war wegen eines Lawinenabgangs gesperrt worden

Viele Schnee-Rekorde gebrochen

Der Dauerschnee sorgte in Reit im Winkl, Kiefersfelden, Siegsdorf, Sigmarszell, Mittenwald und Holzkirchen für historische Höchstwerte für Januar. In Kiefersfelden wurde mehr als das Dreifache des vieljährigen Durchschnittswerts an Niederschlägen verzeichnet. Rekordverdächtig entwickeln sich auch die Niederschlagsmengen auf der Zugspitze. Dort fielen im Januar bereits 423,1 Liter Niederschlag - der historische Rekordwert von 1968 beträgt 438,3 Liter. Schneehöhenrekorde wurden zudem im Gebiet südlich von München erreicht. In Holzkirchen wurde mit 82 Zentimeter Schnee schon jetzt der Winterrekord des Jahres 2006 gebrochen.

Auch in Österreich gibt es Rekorde: Wie die "Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik" am Dienstag mitteilte, fielen etwa in Hochfilzen in Tirol seit dem 1. Januar 451 Zentimeter Neuschnee - ein neuer 15-Tage-Rekord seit dem lokalen Messbeginn im Jahr 1971. In Seefeld fielen in diesem Zeitraum 283 Zentimeter Neuschnee, in Lofer in Salzburg 263 Zentimeter - auch das Rekordwerte für die jeweiligen Gemeinden. Auch Bad Mittendorf in der Steiermark stellte mit 270 Zentimeter Neuschnee in den vergangenen 15 Tagen einen Rekord auf.

Lawinen bringen weiter den Tod

Eine Lawine tötete in den Schweizer Alpen einen jungen Mann, der ein Skigebiet absichern wollte. Wie die Kantonspolizei Wallis mitteilte, konnten die Einsatzkräfte den verschütteten 24-Jährigen nur noch tot aus den Schneemassen bergen. Der Skiwächter war am Montagmorgen mit einem Kollegen im Gebiet "Crosets" nahe der Grenze zu Frankreich unterwegs, um mit Schneesprengungen das Gebiet zu sichern. Am Vormittag brach auf einer Höhe von 1.970 Metern eine Lawine ab und riss die Männer mit. Einem der beiden Verschütteten gelang es, sich aus den Schneemassen zu befreien. Gemeinsam mit hinzugekommenen Helfern wurde der 24-Jährige mit speziellen Suchgeräten unter einer 1,40 Meter dicken Schneedecke gefunden. Jede Hilfe kam aber zu spät. Die Lawine erstreckte sich über 275 Meter und war 156 Meter breit.

Der elfte Lawinentote in Österreich in dieser Saison

Auch in Österreich ist erneut ein Skifahrer durch eine Lawine ums Leben gekommen. Ein 24-Jähriger aus Tschechien war am Dienstag mit seinem Vater am Ankogel in Kärnten auf einem Forstweg abseits der gesicherten Pisten unterwegs, als er von einer Lawine mitgerissen wurde. Wie Polizeisprecher Mario Nemetz der österreichischen Nachrichtenagentur APA sagte, waren beide gut ausgerüstet. "Sie sind von einem Parkplatz aus über einen Forstweg aufgestiegen und trugen auch Lawinenpiepser. Beim Aufstieg hielten sie einen Abstand von etwa zehn Metern ein." Auf einem unbewaldeten Stück ging eine Lawine ab. Der 24-Jährige wurde 100 Meter weit mitgerissen und verschüttet. Laut Polizei war der 24-Jährige als Skilehrer in der Region tätig, sein Vater war auf Urlaub in Kärnten. Mit dem neuen Unglück steigt die Zahl der Lawinentoten in Österreich in diesem Winter auf elf.