2018 M08 10 - 20:55 Uhr

E-Bikes: Besonders für ältere Menschen ein Risiko

E-Bikes sind ja momentan total auf der Überholspur. Gerade im Sommer sieht man etliche der flinken Fahrräder auf den Straßen. Leider spiegelt sich dieser Boom auch in der Unfallstatistik im Straßenverkehr wider. Alleine im vergangenen Jahr kam es bereits zu 5.000 Unfällen und es werden immer mehr. Wie schnell eine Fahrt mit dem E-Bike gefährlich werden kann und was das, vor allem für ältere Menschen bedeutet, haben wir mit drei Generationen getestet. Das Ergebnis gibt es in unserem Video.

E-Bike ist nicht gleich E-Bike

Ein Elektro-Bike ist viel schneller als ein normales Fahrrad, aber auch viel langsamer als ein Motorrad. In der Grauzone zwischen diesen Zweirädern gibt es einiges zu beachten. Mal dürfen mit elektrischen Zweirädern Radwege genutzt werden, ein anderes Mal nicht. Mal greift die Haftpflichtversicherung im Falle eines Unfalls und mal tut sie das nicht. Denn E-Bike ist nicht gleich E-Bike. Man unterscheidet zwischen drei Varianten: Pedelecs mit 25 km/h Höchstgeschwindigkeit, schnellen Pedelecs mit 45 km/h Höchstgeschwindigkeit sowie E-Bikes.

Aber worauf muss man bei den verschiedenen motorbetriebenen Rädern achten? Der ADAC hat eine Übersicht zusammengestellt:

Pedelecs (25 km/h)

  • Radwege dürfen genutzt werden
  • Keine Helmpflicht, ADAC empfiehlt dennoch einen Fahrradhelm
  • Keine Führerscheinpflicht und kein Mindestalter

Pedelecs (45 km/h)

  • Radwege dürfen nicht genutzt werden
  • Kindersitze und -anhänger sind nicht gestattet
  • Es sind Kleinkrafträder, das heißt: Führerschein, geeigneter Helm und Versicherungskennzeichen sind Pflicht

E-Bikes (Höchstgeschwindigkeit variiert zwischen 20 und 45 km/h je nach Modell)

  • Bis 25 km/h genügt eine Mofa-Prüfbescheinigung; bis 45 km/h bedarf einen Klasse M-Führerschein (ab 15 Jahren möglich)
  • Motorradhelm ist ab 25 km/h Pflicht
  • Alle E-Bikes brauchen ein Versicherungskennzeichen

Der ADAC warnt, dass sich Fahrer vor der Nutzung des Rades darüber informieren sollten, wer im Falle eines Unfalls haftet. Sollte ein Pedelec nämlich über eine Anfahrhilfe verfügen, handelt es sich um ein Kraftfahrzeug, das explizit im Versicherungsschutz der privaten Haftpflichtversicherung enthalten sein muss. Das sollten sie vorab klären.

Unfälle um 40,8 Prozent zugenommen

Von Januar bis April 2018 gab es bereits 1319 Unfälle mit elektrischen Fahrrädern. Fast 400 mehr als noch im Vorjahr. Ursache dafür ist sicherlich, dass generell viel mehr E-Bikes auf deutschen Straßen unterwegs sind, als noch vor einigen Jahren. Die FAZ berichtet, dass der Anteil an verkauften Elektrorädern im letzten Jahr sogar den, der normalen Fahrräder überstiegen hat. Doch das allein ist nicht der Grund für die vielen Unfälle.

Im Interview mit "Aiomag" berichtet der ADAC davon, dass gerade bei älteren Personen das hohe Gewicht der Pedelecs sowie die ungewohnt schnelle Beschleunigung zu Unfällen führen. "Viele ältere Menschen fahren durch die Unterstützung des Elektromotors viel schneller, als es ihre Fähigkeiten eigentlich erlauben", erzählt der Unfallforscher Siegfried Brockmann dem "Spiegel". ADAC-Vizepräsident Ulricht Klaus Becker empfiehlt daher "den sicheren Umgang mit dem Pedelc zu üben und zu trainieren." Einige Bundesländer bieten sogar gemeinsam mit dem Fahrrad-Club ADFC Fahrsicherheitstrainings an. Doch bisher hält sich das Interesse daran noch sehr in Grenzen.