Immer mehr Mers-Infektionen - Zwei Tote in Südkorea

700 Menschen in Südkorea wurden vorsorglich isoliert, weil sie sich mit dem Mers-Virus infiziert haben könnten.
© dpa, Center for Disease Control

03. Juni 2015 - 9:57 Uhr

25 Menschen wurden infiziert

Erstmals sind beim größten erfassten Mers-Ausbruch außerhalb des Nahen Ostens zwei Menschen in Südkorea an der Atemwegserkrankung gestorben. Zudem gebe es inzwischen 25 Infizierte, teilte das Gesundheitsministerium in Seoul mit.

Der erste bestätigte Mers-Fall in Südkorea liegt zwei Wochen zurück: Bei einem 68-Jährigen wurde nach einer Nahost-Reise das Virus nachgewiesen. Seitdem wächst angesichts der steigenden Zahl von Ansteckungen die Sorge in der Bevölkerung vor einer raschen Verbreitung. Die Behörden des Landes werden dafür kritisiert, anfänglich keine ausreichenden Schutzmaßnahmen getroffen zu haben. Auch wurde der Vorwurf der Schlamperei laut.

Rund 700 Menschen, die sich angesteckt haben könnten, wurden inzwischen vorsorglich isoliert. Die meisten Mers-Fälle im Land wurden bisher mit dem ersten Patienten in Verbindung gebracht. Es handelt sich zum großen Teil um andere Patienten oder Besucher der Klinik, in der der 68-Jährige behandelt wurde. Unter den jüngsten Fällen seien jedoch auch zwei Menschen, die sich nicht durch direkten oder indirekten Kontakt mit dem ersten Patienten angesteckt hätten, hieß es.

Bei den beiden Todesopfern handelt es sich den Angaben zufolge um einen 71-Jährigen und eine 58-jährige Frau, die am Montag nach akuten Atembeschwerden starb. Beide Patienten seien schon vor der Mers-Infektion gesundheitlich stark angeschlagen gewesen, hieß es. Auch in China wird ein mit dem Mers-Virus erkrankter Südkoreaner in einer Isolierstation behandelt. Es handelt sich um den Sohn eines südkoreanischen Patienten.

Nach Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ist Südkorea nach den Zahlen des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) das Land mit den meisten bestätigten Mers-Fällen. Bis Ende Mai wurden nach ECDC-Daten weltweit 1172 Mers-Fälle gemeldet, darunter 479 Todesopfer.