Immer mehr gefälschte Medikamente auf dem Markt

Immer mehr gefälschte Medikamente auf dem Markt

Potenzmittel, Diätpillen, Antibiotika und teure Krebspräparate: Mehr als eine Million gefälschte Medikamente hat das Zollkriminalamt vergangenes Jahr beschlagnahmt. Kunden aus Deutschland bestellten sie im Internet. Fahnder schlagen Alarm, denn das vermeintliche Schnäppchen kann gefährlich für die Gesundheit sein.

Gefälschte Medikamente können lebensbedrohlich sein.
Der Handel mit gefälschten Medikamenten nimmt zu (Symbolbild).
dpa, Matthias Hiekel

Das Problem bei gefälschten Medikamenten: Nur die Fälscher wissen, was drin ist. Und die Inhaltsstoffe können teilweise ekelerregend sein: "Staub, Mäusekot oder Farbe von Straßenbelägen - all das haben wir bei Untersuchungen festgestellt", so Sylke Zabel vom Zollkriminalamt. Ein weiteres Problem ist die Dosierung der Wirkstoffe. Manche Medikamente enthalten eine viel zu große Menge an Wirkstoffen, andere enthalten gar keine. "Je nach Medikament ist beides gleich schädlich: Entweder gar kein Wirkstoff oder aber zu viel", erklärt die Expertin.

Diese Warnhinweise sollte man beachten

Doch wie erkennt man gefälschte Medizinpräparate im Internet? "Wenn man im Internet verschreibungspflichtige Medikamente ohne Rezept bekommt und man nicht aufgefordert wird, zum Arzt zu gehen, dann sind sie meistens gefälscht", erklärt Peter Sandmann vom Bayerischen Apothekerverband. Außerdem gilt zu beachten: "Wenn Medikamente überdimensional günstig sind, dann muss man auch davon ausgehen, dass es sich um gefälschte Produkte handelt."

Bisher waren die Medikamenten-Imitate für den Zoll leicht zu erkennen, denn spezielle Codes machten jede Verpackung zu einem Unikat. Doch die Fälscher können mittlerweile Verpackungen originalgetreu herstellen. "Zunehmend werden Produkte beispielsweise in Asien hergestellt. Dann werde sie auf dubiosen Wegen zum Beispiel nach Rumänien gebracht, von dort in die EU eingeführt, um dann als Reimporte nach Deutschland zu kommen", erklärt Sandmann. "Das ist in mehreren Fällen passiert, zum Teil bei Antiviralen Medikamenten und bei Krebsmitteln, und das ist außerordentlich bedenklich." Der steigende Handel mit gefälschten Medikamenten schafft eine große Unsicherheit. Am sichersten ist immer noch der Weg zum Arzt und zum Apotheker um die Ecke.