"Gewalt gegen Frauen"

Immer mehr Frauen wählen die Hilfe-Hotline

In 59 Prozent der Beratungsfälle ging es um Häusliche Gewalt.
In 59 Prozent der Beratungsfälle ging es um Häusliche Gewalt.
© dpa, Maurizio Gambarini, bra

22. Juni 2019 - 21:42 Uhr

2018 gab es rund 42.000 Beratungskontakte

Immer mehr Frauen nehmen das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" in Anspruch. Im Jahr 2018 gab es bei der Hotline rund 42.000 Beratungskontakte – zwölf Prozent mehr als im Vorjahr und der fünfte Anstieg in Folge.

In den meisten Fällen ging es um häusliche Gewalt

20.06.2019, Berlin: Franziska Giffey (SPD), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, nimmt an der Gedenkstunde zum Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung teil. Seit 2015 wird jährlich am 20. Juni an die Opfer von Flucht
"Die Zahlen zeigen, immer mehr Frauen trauen sich, den ersten Schritt aus der Gewalt zu gehen", sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey.
© dpa, Kay Nietfeld, nie axs

In 59 Prozent der Beratungsfälle ging es um Häusliche Gewalt. Das geht aus einem jährlichen Bericht des zuständigen Bundesfamilienministeriums hervor, der am Montag veröffentlicht wird und der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

"Die Zahlen zeigen, immer mehr Frauen trauen sich, den ersten Schritt aus der Gewalt zu gehen", sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Die Ministerin will am Montag bei Twitter und Facebook eine Informationsoffensive unter dem Hashtag #sicherdirhilfe starten, um noch mehr Betroffene auf das Beratungsangebot aufmerksam zu machen. Ziel sei es, dass die Nummer des Hilfetelefons in so vielen Adressbüchern wie möglich gespeichert werde, sagte Giffey.

Video: Warum ist die Zahl der Hilfesuchenden so gering?

Jede vierte Frau hat mindestens einmal im Leben körperliche oder sexuelle Gewalt in der Partnerschaft erlebt. Betroffen sind alle sozialen Schichten. Allein im Jahr 2017 wurden fast 140.000 Fälle von Gewalt in der Partnerschaft angezeigt. Die Dunkelziffer ist deutlich höher, denn nur jedes fünfte Opfer sucht Hilfe.

Nur, warum ist die Zahl der Hilfesuchenden so gering? Was bringt so viele Frauen dazu, trotz Schlägen, Missbrauch oder Vergewaltigung bei ihrem Partner zu bleiben? Wir haben mit Romy Stangl gesprochen. Sie selbst hat Gewalt erlebt und engagiert sich unter anderem innerhalb der Städtegruppe München "Terre des Femmes - Menschenrechte für die Frau e.V." sowie bei ihrem Projekt "Signs of Hope" für Mädchen und Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden. Ihre Einschätzung sehen Sie im Video.

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Hilfe-Telefon ist rund um die Uhr erreichbar

Die Nummer 08000 116 016 ist rund um die Uhr erreichbar. Mehr als 80 Beraterinnen helfen von Gewalt betroffenen Frauen kostenlos, anonym und vertraulich, auch in anderen Sprachen. Die Kontaktaufnahme ist auch über Chat oder E-Mail unter www.hilfetelefon.de möglich. Neben der Unterstützung in akuten Krisensituationen vermittelt die Hotline betroffene Frauen und Mädchen auch an örtliche Beratungsstellen und an Frauenhäuser, wo sie Schutz suchen können.

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