Millionenschaden

Immer mehr Diebstahl in Krankenhäusern: Patientenverband fordert Einlasskontrollen

In Krankenhäusern wird immer mehr gestohlen. Darauf machen jetzt auch Warnhinweise aufmerksam.
In Krankenhäusern wird immer mehr gestohlen. Darauf machen jetzt auch Warnhinweise aufmerksam.
© dpa, Uwe Anspach, ua

07. Februar 2019 - 10:56 Uhr

6500 Fälle in Nordrhein-Westfalen

Im Krankenhaus sollten sich Patienten auf ihre Genesung konzentrieren können. Doch eine Erhebung der Länder zeigt jetzt, dass sie dabei nicht ihre Wertsachen aus den Augen lassen sollten. Denn auf den Stationen wird immer mehr geklaut. Allein im einwohnerstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen wurden 6500 Fälle im Jahr 2017 registriert. Der Schaden beläuft sich auf 3,5 Millionen Euro. Im Jahr 2011 waren es noch zwei Millionen. Jetzt fordert der Allgemeine Patientenverband schärfere Kontrollen am Eingang.

Sogar Tiefkühlkost und ein Hund wurden geklaut

Schmuck, Handys, Topfpflanzen - vor den Dieben ist nichts sicher, was nicht niet- und nagelfest ist. Dabei zeichnen sich in den verschiedenen Bundesländern unterschiedliche Tendenzen ab.

Während in Sachsen-Anhalt hauptsächlich persönliche Gegenstände der Patienten auf der Diebstahlliste standen, waren es in Rheinland-Pfalz medizinische Geräte. Doch das reicht den Langfingern nicht: Sie bedienten sich auch an der Tiefkühlkost, die Krankenhäuser lagern. Sogar ein Hund verschwand. Das geht aus der Erhebung hervor.

Es ist schwer, den Überblick zu behalten

Die Aufgabe scheint klar: Die Kliniken müssen es schaffen, Diebe von vornherein fernzuhalten. Doch gerade hier liegt das Problem. "Krankenhäuser sind große Komplexe mit unkontrolliertem Zugang", sagt LKA-Sprecher Frank Scheulen aus Düsseldorf.

Und dann sind da natürlich auch noch die Leute, die ihre Verwandten und Bekannten in stationärer Behandlung besuchen wollen. Lothar Kratz, Sprecher der Krankenhausgesellschaft NRW: "Wir haben in NRW rund 4,6 Millionen Patienten jährlich in Krankenhäusern. Wenn jeder von ihnen auch von zwei oder drei Menschen Besuch bekommt, dann sind drei Viertel aller Bewohner NRWs einmal pro Jahr im Krankenhaus."

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Ausweispflicht an den Eingängen?

Der Allgemeine Patientenverband fordert personalisierte Kontrollen am Eingang der Krankenhäuser. Die Besucher müssten sich dann ausweisen und angeben, wen sie auf welcher Station besuchen möchten. "Nicht jeder sollte direkt in eine Klinik hineinspazieren können", findet Verbandspräsident Christian Zimmermann.

Die Berliner Charité geht bereits mit gutem Vorbild voran. Dort achtet ein Sicherheitsdienst auf auffällige Personen, die sich Zugang verschaffen wollen.