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Immer mehr Details zum Angriff auf das Bundesnetz: Hackergruppe 'Snake' soll dahinter stecken

Immer mehr Details zum Angriff auf das Bundesnetz: Hackergruppe 'Snake' soll dahinter stecken

"Technisch anspruchsvoller und von langer Hand geplanter Angriff"

Hinter dem Hackerangriff auf das Datennetzwerk des Bundes könnte doch eine andere Hackergruppe stecken als bislang vermutet. Die Ermittlungen haben ergeben, dass eine Gruppierung namens 'Snake' das Bundesnetz ausspioniert hat und nicht wie zuerst angenommen die Gruppe 'APT28' . Es handele sich um eine "technisch anspruchsvollen und von langer Hand geplanten Angriff", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU).

Über Computer einer Fachhochschule drangen die Hacker ins Netz ein

Die 'Snake'-Gruppe ist auch unter dem Namen 'Turla' oder 'Uruburos' bekannt. Ihnen werden auch Verbindungen zu russischen Geheimdiensten nachgesagt. Offenbar drangen die Hacker zuerst über Computer einer Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in das Netzwerk des Bundes ein. Von dort hätten sich die Hacker sehr langsam und vorsichtig in andere Bereiche des Netzes vorgearbeitet.

Inzwischen fanden Ermittler Spuren dafür, dass die Eindringlinge bereits seit Ende 2016 in dem Netz aktiv sind. Sie gehen von einem klassischen Spionageangriff aus, bei dem die Cyberspione gezielt versuchten, an bestimmte Daten zu kommen.

Was die Hacker genau wollten, wurde nicht bekannt gegeben. Nach Angaben des Geheimdienst-Kontrollgremiums des Bundestags (PKGr) läuft der Hackerangriff noch. "Deswegen wären öffentliche Diskussionen über Details schlicht eine Warnung an die Angreifer, die wir nicht geben wollen", sagte der Vorsitzende des Gremiums, Armin Schuster (CDU). Die Bundesregierung versuche, den Vorgang unter Kontrolle zu halten.

Geheimdienstkontrolleure wurden nicht informiert

Die Geheimdienstkontrolleure des Bundestages waren aber irritiert, dass sie so lange im Unklaren gelassen wurden. Der stellvertretende Vorsitzende der Runde, Konstantin von Notz (Grüne), sagte, es möge gute Gründe geben, warum der Bund bestimmte Informationen in den vergangenen Wochen "sehr eng gehalten" habe. Es sei aber inakzeptabel, dass das Kontrollgremium erst über die Medien von alldem erfahre. André Hahn (Linke) beklagte, er habe den Eindruck, dass Regierung und Sicherheitsbehörden versuchten, den Vorgang herunterzuspielen. "Ich befürchte, dass in den nächsten Wochen noch einiges ans Licht kommen wird", sagte er.

De Maizière wertete die Abwehr des Hackerangriffs als Erfolg. Der Vorgang zeige, "dass unsere Sicherheitsbehörden erfolgreich gearbeitet haben", erklärte der Innenminister. Die Attacke sei isoliert und unter Kontrolle gebracht worden. Der hoch professionelle Angreifer sei dabei - kontrolliert von den Sicherheitsbehörden - beobachtet worden, um weitere Erkenntnisse über Angriffsmodus und Zielsetzung zu erhalten und Sicherheitsvorkehrungen im Regierungsnetz und bei den betroffenen Behörden einzuleiten.