Immer mehr Bürger wollen Waffenschein - 21.000 Anträge mehr in nur zwei Monaten

10. Februar 2016 - 15:25 Uhr

"Mehr Waffen brauchen wir in dieser Situation bestimmt nicht"

Immer mehr Menschen möchten sich mit Schreckschusspistolen oder Pfefferspray schützen. Seit Dezember stieg die Zahl der Anträge für einen kleinen Waffenschein sprunghaft um 21.000 an. Diese Entwicklung sei kritisch zu beobachten meint Grünen-Abgeordneten und Expertin für Innere Sicherheit, Irene Mihalic, die selbst Polizistin ist: "Man stelle sich vor, dass bei Großveranstaltungen wie Karneval Menschen in bestimmten Situationen vorschnell zur Waffe greifen und so vielleicht Chaos und Gewalt erst provozieren".

Ein kleiner Waffenschein wird für das Tragen von Reiz-, Signal- oder Schreckschusswaffen benötigt. Der Erwerb ist allerdings frei. Mihalic führt dies auf eine wachsende Verunsicherung der Bevölkerung zurück. "Wenn jedoch immer mehr Menschen Waffen tragen, wird das eher zur Eskalation als zur Beruhigung der Lage beitragen", warnte Sie und forderte, daher die Lücken im Waffenrecht zu schließen.

Sinnvoll sei es, künftig den Kauf oder Besitz von Schreckschusswaffen, Pfefferspray und anderen Waffen zum Selbstschutz einer Erlaubnispflicht zu unterziehen. "Ein Baustein wäre, dass auch Kauf und Besitz von Schreckschusswaffen, Pfefferspray und Co. zukünftig erlaubnispflichtig werden. Angesichts der konstanten Bedrohungslage durch Anschläge gibt es vieles, was wir sicherheitspolitisch brauchen", so Mihalic. "Aber mehr Waffen brauchen wir in dieser Situation bestimmt nicht." Ihrer Meinung nach müsse die Politik mehr für eine personell gut bestückte und angemessen ausgestattete Polizei sorgen.