Im Prozess um die Taten in Höxter lautet die Anklage auf Mord

28. September 2016 - 15:54 Uhr

Ab Oktober müssen sich Wilfried und Angelika W. vor Gericht verantworten

Im Fall des sogenannten Horror-Paares von Höxter werden immer mehr Details bekannt. Im Prozess gegen Wilfried W. und seine Ex-Frau wird die Anklage auf Mord lauten und nicht nur auf schwere körperliche Misshandlung. Das gab nun die Staatsanwaltschaft bekannt. Das Paar hatte hunderte Kontaktanzeigen geschaltet, um Frauen in ihr Haus zu locken. Zwei Frauen wurden dort zu Tode gequält.

Im Prozess muss nun untersucht werden, wer welchen Anteil am Tod der Opfer hatte. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Angeklagten gemeinschaftlichen Mord durch Unterlassen und zahlreiche Misshandlungen vor. Das Landgericht Paderborn steht nun vor der schwierigen Aufgabe die Geschehnisse in dem Haus in Höxter aufzuklären. Der Angeklagte Wilfried W. schweigt, seine Ex-Frau Angelika hat die Taten gestanden und den Ermittlern die Beweise geliefert. Ihr Verteidiger sieht aber den Ex-Mann als Hauptschuldigen.

"Sie war eine Marionette in den Händen ihres Ex-Mannes"

Mindestens acht Frauen soll das Paar über Kontaktanzeigen in ihr Haus gelockt haben, um eine neue Lebensgefährtin für Wilfried W. zu suchen. Ihrem Verteidiger gegenüber hat Angelika W. offenbart, was ihr Wilfried W. in der gemeinsamen Zeit angetan hat. Er habe sie dann auch aufgefordert, das gleiche mit den anderen Frauen zu tun. Sie sei ein "Marionette in den Händen ihres Ex-Mannes" gewesen, erklärt Peter Wüllner, Verteidiger von Angelika W. "Wenn ich das und das nicht mit der und der gemacht hätte, dann wäre ich wieder an der Reihe gewesen", soll die Angeklagte während einer Vernehmung gesagt haben.

Die Verteidigung von Wilfried W. dagegen glaubt, eindeutige Beweise zu haben, die den Mann entlasten. Sie stütz sich dabei auf die Ereignisse im August 2014, als eine Frau an den Folgen ihrer Verletzungen im Haus des Paares starb. Wilfried W. habe nur zugeschaut, während Angelika die Leiche zerteilte, im Ofen verbrannte und die Asche auf der Straße verteilte.

Dagegen spricht, dass der Angeklagte bereits wegen anderer sadistischer Taten im Gefängnis saß. Die Verteidigung seiner Ex-Frau vermutet, er habe Angelika W. zu den Taten angestiftet, um seine sadistische Ader auszuleben, ohne selbst juristisch belangt werden zu können.