Lassen sich Betrüger einfach erkennen?

Illegaler Welpenhandel: Wie ein Tierschutzverein Hündin Lilli vor der Welpenmafia retten konnte

29. Februar 2020 - 10:55 Uhr

Lillis Schicksal ist kein Einzelfall

Viel zu jung von der Mutter getrennt und dazu meist verwurmt: Statt eines putzmunteren Hundes sind die Tiere, die über Onlineplattformen angeboten werden, oft krank und brauchen besondere Pflege. Trotzdem ist die sogenannte Hundemafia immer wieder erfolgreich und verkauft Welpen an ahnungslose Hundeliebhaber. Tierschutzvereine wollen das verhindern, wie im Fall der Mischlingshündin Lilli aus Hamburg. Warum auch sie einen schwierigen Start ins Leben hatte, sehen Sie im Video.

Hunde kommen meist aus dem Ausland

Wenn Hunde viel zu billig, also für unter 100 Euro, über das Internet angeboten werden, ist das oft schon ein Hinweis dafür, dass mit dem Hund etwas nicht stimmt. Doch Tierschutzberaterin Sina Hanke vom Hamburger Tierschutzverein warnt, dass Händler die Welpen mittlerweile auch für 200 bis 500 Euro anbieten. Laien denken dann, dass es ein Hund aus einer Hauszucht sein könnte und greifen zu. Wer sich einen jungen Hund zulegen möchte, muss also ganz genau hinsehen und ein paar einfache Regeln beachten.

Wie erkenne ich einen unseriösen Verkäufer auf den ersten Blick?

Neben einem viel zu niedrigen Preis verraten sich fragwürdige Angebote im Internet auch oft durch schlechte deutsche Sprache. Die Hintermänner des Hundemafia-Netzwerks kommen meist nicht aus Deutschland, sondern aus dem Ausland. Märkte in polnischen Städten an der Grenze zu Deutschland sind oft die Dreh- und Angelpunkte der Welpenmafia, wie unsere Reporterin zeigt. Dementsprechend sind die Inserate auf Online-Plattformen häufig mit Rechtschreibfehlern gespickt. Eine typische Masche ist auch mit einer ausgedachten Geschichte Mitleid zu erregen. In Lillis Fall stand in der Anzeige, die Besitzerin müssen die Welpen abgeben, weil sie ins Krankenhaus müsse.

So läuft der unseriöse Kauf ab

Spätestens bei der Kontaktaufnahme mit den Welpenhändlern müssen Käufer skeptisch werden. Die Händler fordern schnell die Handynummer des Käufers an und melden sich dann mit unterdrückter Nummer. "Es werden keine Daten bekannt gegeben. Spätestens dann sollte man als Käufer stutzig werden", sagt Tierschutzberaterin Sina Hanke. Eine Übergabe der Hunde soll dann meist nicht in einer Wohnung passieren, weil es die nämlich gar nicht gibt, sondern auf einem Parkplatz oder einem Hinterhof. All das sind Anzeichen dafür, dass es bei dem Kauf nicht mit rechten Dingen zu geht. Generell gilt: Der Kauf eines Tieres sollte wohl überlegt sein. Ein Spontankauf per Mausklick im Internet führt dazu, dass die Hundemafia mit kranken Welpen ein großes Geschäft machen kann, der neue Besitzer aber weniger Freude am Haustier hat.