Illegaler Welpenhandel: Sieben Welpen aus Transporter an einer Raststätte an der A6 bei Grünstadt gerettet

26. Juli 2018 - 17:49 Uhr

Unglaublich! Die Welpen waren dehydriert und völlig erschöpft

Mit großen Augen blicken die kleinen Welpen hinaus in die Freiheit. Dehydriert, verdreckt und völlig erschöpft fanden Polizei und Tierrettung die Hundebabys unter unmöglichen Bedingungen in einem Transporter an einer Raststätte an der A6 nahe Grünstadt, Rheinland-Pfalz.

Hundebabys sollten von Spanien nach Rumänien gebracht und dort weiterverkauft werden

Die zwölf Wochen alten Welpen, sechs Amerikanische Bulldoggen und ein Schäferhund-Mix, wurden Opfer von illegalem Tierhandel. Sie sollten von Spanien nach Rumänien gebracht werden, um dort billig weiterverkauft zu werden. Als die Fahrer des Transporters einen Zwischenstopp an einer Raststätte einlegten, entdeckten einige Passanten die Welpen und wurden misstrauisch.

Jacqueline Reinhardt von der Berufstierrettung Rhein-Neckar erzählt uns im Interview: "Aufmerksame Passanten haben die Welpen gesehen und die Polizei gerufen. Kurz danach kamen wir und haben die Welpen völlig dehydriert vorgefunden." Im Transporter gab es kein Wasser, aufgrund der Sommerhitze war es viel zu heiß. Außerdem waren die Welpen schmutzig, teilweise voller Kot. Laut Reinhardt kamen die Tiere direkt in eine Tierklinik. Besonders der Schäferhund-Mischling sei in sehr schlechtem Zustand gewesen: "Der Schäferhund-Mix wurde illegal kupiert, das heißt, dass ihm die Ohren und der Schwanz teilweise abgetrennt wurden." Die Fahrer des Transporters erwarten strafrechtliche Konsequenzen wegen Verstößen gegen die EU-Tiertransport-Verordnung und das Tierschutzgesetz.

Wo die Welpen jetzt sind und ob sie doch noch auf ein Happy End hoffen können, erfahren Sie im Video.

Illegale Zucht: Eine große Qual für die Hunde

Der Vorfall auf der A6 ist leider kein Einzelfall. Laut des deutschen Tierschutzbundes wurden 2015 insgesamt 422 Hundewelpen bei illegalen Transporten beschlagnahmt. Dabei leben die Mütter und Väter dieser Welpen unter unmöglichen Zuständen. In oft viel zu kleinen Zwingern werden die Hündinnen als Gebärmaschinen missbraucht, werfen mehrmals im Jahr. Die Rüden werden mit Hormonen vollgepumpt und mit Gewalt gefügig gemacht. Durch die schlechten Lebensbedingungen und die Gewalterfahrungen sind die Hunde teils schwer traumatisiert. Auch die Welpen entwickeln durch die viel zu frühe Trennung von ihren Müttern Verhaltensauffälligkeiten.

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Achtung bei günstigen Angeboten im Internet!

Doch das Geschäft boomt. Speziell der Handel mit Rassehunden lohnt sich für die Händler, weil auf dem Schwarzmarkt oft viel weniger Geld verlangt wird als bei anerkannten Hundezüchtern. Auch in Deutschland werden viele Welpen illegal verkauft. Gerade bei Angeboten auf Internetplattformen oder bei Inseraten in Tageszeitungen sollte man als Käufer vorsichtig sein. Besser ist es, sich direkt an das örtliche Tierheim zu wenden. Dort warten viele Vierbeiner auf ein liebevolles Zuhause.