Bis zum Bauch in Plastiktüten eingewickelt

Illegaler Tiertransport gestoppt: 5 Welpen aus Horror-Haltung gerettet

In Bayern hat der Zoll einen illegalen Tiertransport gestoppt (Symbolbild).

23. Februar 2021 - 12:30 Uhr

Zoll befreit in Markt Schwaben Hunde aus Transporter

Die bemitleidenswerten Tiere waren versteckt zwischen Gerümpel, eingewickelt in Plastiktüten voller Exkremente: In Markt Schwaben (Bayern) hat der Zoll am Samstag einen illegalen Tiertransport gestoppt und fünf Hunde aus den Fängen krimineller Händler befreit. Die Tiere waren laut einem Bericht des "Münchner Merkurs" in einem schlechten Zustand.

Hunde in Katzen-Transportbox eingepfercht

Drei der Hunde (rund sieben Wochen alt) steckten nach Angaben von Evelyn Bauer, Vorsitzende des Tierschutzvereins Ebersberg, bis zum Bauch in den Plastiktüten. Außerdem seien zwei etwa fünf Monate alte Labradormischlinge zwischen Möbeln und Gerümpel versteckt gewesen, berichtete sie der Zeitung.

Zwei Hunde seien in einer Transportbox für Katzen eingepfercht gewesen, konnten sich laut Bauer "keinen Millimeter bewegen". Außerdem hatten sie weder Wasser noch Futter. Um die Tiere zu befreien, mussten die Boxen aufgebrochen werden.

Illegaler Tiertransport kam aus Rumänien

Der Transporter sei aus Rumänien gekommen und habe nach Holland fahren wollen, erzählte Bauer. Wie lange die Hunde dort unter unwürdigen Bedingungen eingesperrt waren, ist unklar. Sie seien "in keinem guten Zustand", erzählte sie der Zeitung.

Laut der Tierschutzverein-Chefin könnte die Corona-Pandemie die Ursache für einen Anstieg von illegalen Tiertransporten sein. Ein Zollbeamter habe ihr erzählt, die Zahl der illegalen Hundetransporte liege um 20 Prozent höher als vor der Pandemie. In jedem vierten Fahrzeug aus Rumänien befänden sich Welpen. "Und das sind auch nur die Fahrzeuge, die kontrolliert werden", ergänzt Bauer. Die Dunkelziffer ließe sich nicht ermitteln.

Mehr illegaler Heimtierhandel durch Corona

Illegaler Transport mit knapp 60 Tieren in Köln gestoppt
Der angehaltene illegale Tiertransporter aus Spanien und Portugal.
© deutsche presse agentur

Eine Einschätzung, die der Deutsche Tierschutzbund bestätigt. Zwischen Januar und Oktober 2020 seien bereits mehr Fälle von illegalem Heimtierhandel bekannt geworden als im gesamten Vorjahr, heißt es auf der Internetseite der Organisation. Es seien in dem Zeitraum 818 Tiere betroffen gewesen, vor allem Hunde (683) und Katzen (130). "Der durch die Corona-Pandemie ausgelöste Haustierboom und der anonyme Verkauf über das Internet machen es den Händlern besonders leicht", erklärt Fachreferentin Lisa Hoth.

Auch in Köln wurde am Samstag ein illegaler Tiertransporter getoppt. Er kam aus Spanien und Portugal. "In der geschlossenen Ladefläche von knapp zehn Quadratmetern wurden an den Seiten 52 Hunde und sechs Katzen in rund 30 Käfigen und mehreren Boxen gehalten", teilte die Stadt Köln mit.

Hunde sind in Tierheimen untergebracht

"Bitte bestellen Sie nicht übers Internet Hundewelpen aus Osteuropa", appelliert Evelyn Bauer an alle, die gerne ein Haustier hätten. Wie die Hunde im Ursprungsland gelebt hätten, wisse man nicht. Aber klar sei: "Die Transportbedingungen für diese armen Geschöpfe sind unmenschlich."

Die beim illegalen Transport in Markt Schwaben entdeckten Hunde sind laut Bauer in Tierheimen untergebracht. Ab etwa Mitte April könnten sie zur Vermittlung freigeben werden.