60 Prozent mehr als im Vorjahr allein in Nordrhein-Westfalen

Illegale Autorennen: Deutlich mehr Unfälle

Prozess um ein illegales Autorennen in Hagen
© dpa, Alex Talash, kno tag

23. Februar 2020 - 11:01 Uhr

Autorennen erst seit 2017 Straftat

Illegale Autorennen sind verantwortungslos, gefährlich und haben oft schwere Folgen. Die Zahl der Unfälle bei solchen Rennen ist zumindest in Nordrhein-Westfalen deutlich gestiegen. Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr 113 Unfälle - gut 60 Prozent mehr als 2018. Insgesamt ermittelte die Polizei in 659 Fällen wegen des Verdachts eines verbotenen Autorennens. Das sind 212 Fälle oder knapp 50 Prozent mehr als im Jahr davor.

Mehr Kontrollen sorgen für Anstieg der Zahlen

Der Anstieg der Fallzahlen ist nach Angaben einer Polizeisprecherin hauptsächlich auf verstärkte Kontrollen zurückzuführen.

Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2017 gelten Autorennen nicht mehr als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftat. Die Polizei prüft deshalb bei Unfällen und Verstößen gegen das Tempolimit vermehrt, ob ein Autorennen dahintergesteckt haben könnte.

In einigen Städten wie Köln und Düsseldorf gibt es spezielle Ermittlungseinheiten. Außerdem wurde das Thema "Verbotene Kraftfahrzeugrennen" in die Aus- und Fortbildung der Polizei aufgenommen worden.

Lebenslange Haft für Todesraser in Kleve

17.02.2020, Nordrhein-Westfalen, Kleve: Dem Hauptangeklagten (l) werden von einem Justizbeamten die Handschellen abgenommen, in der Mitte steht sein Anwalt Thilo Pforte. Den Angeklagten wird vorgeworfen, ein verbotenes Autorennen in Moers veranstalte
Das Landgericht Kleve verurteilte einen 22-Jährigen nach einem Autorennen mit einem Todesopfer wegen Mordes zu lebenslanger Haft.
© dpa, Roland Weihrauch, rwe cul

Erst vor kurzem verurteilte das Landgericht Kleve einen 22-Jährigen nach einem Autorennen mit einem Todesopfer wegen Mordes zu lebenslanger Haft. Der Kosovare war im 2019 in Moers gegen den Wagen einer unbeteiligten Autofahrerin geprallt, die anschließen starb.

Einen 22-jährigen Deutschen, der den anderen Wagen bei dem Rennen gesteuert hatte, verurteilten die Richter zu drei Jahren und neun Monaten wegen Teilnahme an einem verbotenen Autorennen mit Todesfolge.

Köln: Raser vom Auenweg nach Revison zu Haftstrafen verurteilt

Ein weiß gestrichenes Fahrrad steht am 17.02.2016 am Auerweg in Köln (Nordrhein-Westfalen) am Strassenrand an der Unfallstelle eines tödlichen Unfalls bei einem illegalen Autorennen. Der Prozess gegen zwei wegen des Unfalls wegen fahrlässiger Tötung
Ein weiß gestrichenes Fahrrad steht am 17.02.2016 am Auerweg in Köln (Nordrhein-Westfalen) am Strassenrand an der Unfallstelle eines tödlichen Unfalls bei einem illegalen Autorennen.
© dpa, Oliver Berg

Bundesweit Schlagzeilen machte auch der Fall der beiden Todesraser vom Kölner Auenweg. Die jungen Männer hatten sich ein Rennen geliefert, bei dem eine unbeteiligte Radfahrerin so schwer verletzt wurde, dass sie starb.

Die Männer wurden  zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, was große Empörung hervorrief. Nachdem der Gerichtshof das Urteil teilweise kassierte, wurden sie 2018 im Revisionsverfahren zu Haftstrafen verurteilt.

Mordurteil in Berlin

Illegale Autorennen
Fahrzeugteile nach einem illegalen Autorennen in Berlin. Damals war ein Fahrer ums Leben gekommen, drei weitere Autoinsassen wurden schwer verletzt. Foto: Britta Pedersen
© deutsche presse agentur

In Berlin wurden im vergangenen Jahr zwei Männer wegen Mordes verurteilt. Sie waren 2016 mit bis zu 170 km/h über den Ku'damm gerast. Einer der beiden hatte den Jeep eines unbeteiligten Rentners gerammt, dieser starb in seinem Wagen, der durch die Wucht des Aufpralls meterweit durch die Luft geschleudert wurde.