Behörde wollte ihn einschläfern lassen

Illegal nach Belgien geflogen: Kater Lee darf weiterleben - unter einer Bedingung

16. Juni 2020 - 16:00 Uhr

Selena Ali kämpfte für das Leben ihres Straßenkaters

Als die flämische Studentin Selena Ali ihren Peru-Aufenthalt wegen der Coronapandemie abbrechen musste, nahm sie Kater Lee im April kurzerhand mit nach Belgien – und entfesselte damit einen juristischen Kleinkrieg mit der belgischen Agentur für Lebensmittelsicherheit (FAVV). Die ordnete nämlich an, der Kater müsse umgehend eingeschläfert werden - Tollwutgefahr! Vor Gericht erreichte sein Frauchen nun einen Sieg: Lee darf leben! Es gibt nur einen Haken. Wie hart Selenas Anwalt die Gerichtsentscheidung gefeiert hat, sehen Sie im Video.

Botschaft gibt grünes Licht: Lee darf zurück nach Peru!

Selena hatte sich standhaft geweigert, ihren Kater einschläfern zu lassen, hatte sie das Tier doch gerade erst von der Straße gerettet. Eigentlich hätte er in Peru drei Monate in Quarantäne gemusst, doch Ali flog früher ab. Auch, weil sie dachte, sie könne die Quarantäne in ihrer Heimat fortsetzen. Doch Fehlanzeige! Die FAVV ordnete an, das Tier einschläfern zu lassen, die 23-Jährige versteckte Lee, startete eine Petition, die Tausende unterschrieben. Die Behörde war ihr derweil auf den Fersen und auch Politiker und Botschafter aus Peru und Belgien klinkten sich in den Fall ein.

Jetzt hat die 23-Jährige, die von diversen Tierschutzorganisationen unterstützt wird, vor Gericht einen Sieg errungen. In der Urteilsbegründung heißt es, dass eine tödliche Spritze nur das allerletzte Mittel sein dürfe. Die Behörde habe nicht alles unternommen, um den Kater in Quarantäne setzen zu lassen. Lee darf also weiterleben – allerdings unter einer Bedingung: Zunächst müsse er zurück nach Peru, um dort drei Monate in Quarantäne zu gehen. Erst am 1. August, wenn die Tollwut-Gefahr gebannt ist, darf Selena Ali ihr Fellknäuel wieder in die Arme schließen und legal nach Belgien mitnehmen.

"Es ist ein Sieg, dass er leben darf. Aber feiern kann ich erst, wenn er wieder bei mir ist", sagte sie. Inzwischen teilte Perus Botschaft in Belgien mit, Kater Lee sei "willkommen" und dürfe gerne zurückkehren. Ende gut, alles gut. Fast.

„Dafür muss der Steuerzahler nicht aufkommen"

Kater Lee ist inzwischen wohlbehalten in Peru gelandet. "Ich wollte mitfliegen, aber im letzten Moment hieß es, Peru lässt wegen Corona keine Ausländer ins Land", so die Studentin. "Über die Botschaft haben wir dann jemanden gefunden, der mit Lee fliegt."

Anthony Godfroid, der Anwalt der Studentin, sagte der Zeitung "Brussels Times", seine Mandantin werde sämtliche Kosten selbst tragen. "Dafür muss der Steuerzahler nicht aufkommen." Ali müsse sich auf weitere juristische Auseinandersetzungen gefasst machen, weil sie den Kater illegal nach Belgien gebracht hatte. Man solle jedoch bedenken, dass sie wegen der Coronakrise keine andere Wahl gehabt habe, so Godfroid. "Sie konnte ihn dort nicht zurücklassen, das hätte seinen Tod bedeutet. Es sind Fehler gemacht worden, das leugnen wir nicht. Aber nun gibt es eine Lösung und das ist das Allerwichtigste."