IHK: Schwere Situation durch Fehlen polnischer Mitarbeiter

Ein Schild weist auf die Industrie- und Handelskammer hin. Foto: Bernd Wüstneck/zb/dpa/Illustration
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26. März 2020 - 13:02 Uhr

Durch die Beschränkungen für polnische Berufspendler wegen der Corona-Krise erwarten die Industrie- und Handelskammern (IHK) in Süd- und Ostbrandenburg dramatische Auswirkungen. Sie befürchten, dass Arbeitskräfte besonders in der Landwirtschaft sowie in der Gesundheits- und Pflegebranche fehlen werden, wie es am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung der Kammern heißt. Neben drohenden Verlusten für deutsche Unternehmen müssten zudem viele polnische Arbeitnehmer mit Lohneinbußen rechnen. Mehr als 25.000 Pendler in Brandenburg und Berlin seien von der neuen Verordnung Polens betroffen.

Ab Freitagnacht 0 Uhr müssen polnische Pendler nach der Einreise in Polen in 14-tägige Quarantäne. Die neue Verordnung wurde vom polnischen Gesundheitsminister erlassen.

Die Kammern sehen nur zwei Möglichkeiten für die Pendler: "Entweder die polnischen Mitarbeiter werden nicht mehr zur Arbeit nach Deutschland kommen oder sie finden eine Unterkunft in Deutschland und sind bereit, länger an ihrem Arbeitsort zu bleiben".

Um der kritischen Situation kurzfristig entgegenzuwirken, arbeiteten die IHKs an Beherbergungslösungen für polnische Angestellte. Die IHK Ostbrandenburg und IHK Cottbus haben nach eigenen Angaben bereits erste positive Rückmeldungen von Beherbergungsunternehmen sammeln können und vermitteln zu interessierten Unternehmen.

Das Brandenburger Finanzministerium will Berufspendlern aus Polen nach den Beschränkungen ihrer Regierung finanzielle Unterstützung anbieten. Das hatte Finanzministerin Katrin Lange am Mittwoch angekündigt. Verschiedene Optionen dazu seien in der Prüfung.

Quelle: DPA