2018 M10 17 - 9:40 Uhr

Und der arme Patient hat noch mehr Parasiten im Blut

Oha, diese Bilder sind nichts für schwache Nerven: Ein Arzt führt vorsichtig eine Pinzette an das weit aufgerissene Auge seines Patienten heran, packt einen Wurm und zieht und zieht und zieht. Dann ist der 15 Zentimeter lange Parasit endlich raus aus dem Auge! Das Ganze hat sich in Indien zugetragen, wie die englische Zeitung "Daily Mail" berichtet. Ist die Geschichte damit für den Patienten durchgestanden? Leider nein, denn den Medizinern zufolge tummeln sich weitere Würmer in seinem Blut …

Mann klagte über Schmerzen im Auge

Der 60-Jährige, der anonym bleiben wollte, hatte über Schmerzen und Juckreiz im Auge geklagt, als er im Krankenhaus Hilfe suchte. Schnell war den Ärzten des New Medical Center in Kundapur klar: Im Augapfel hatte es sich ein Ringwurm gemütlich gemacht. Der Parasit der Art Wuchereria Bancrofti könnte durch Mücken in den Körper des Mannes gelangt sein. Wochen zuvor war der Patient in Malaysia schwimmen gewesen – möglicherweise wurden die Wurmlarven durch verunreinigtes Wasser übertragen.

Dr. Srikanth Shetty vom New Medical Center entfernte den Wurm sofort, denn der Patient hätte erblinden können. "Die Herausforderung war, den Parasiten lebendig aus dem Auge zu entfernen – wäre er dabei gestorben, hätte es schwere Komplikationen geben können." Shetty verhinderte mit seinem spontanen Eingriff Schlimmeres. Jetzt bekommt der Patient zusätzlich Medikamente, damit die übrigen Würmer in seinem Organismus absterben.

Geschätzt leiden übrigens weltweit 120 Millionen Menschen unter Wurmbefall. Vor allem in Asien, Afrika und Südamerika.